Hinter den Schaufenstern kleiner Werkstätten und in den Büros junger Startups in Düsseldorf und Dortmund wird gerade viel geknobelt. Wie soll man seine neue Geschäftsidee umsetzen, wenn das Geld knapp ist? Dabei könnte vielen Gründerinnen und Mittelständlern geholfen sein, denn Geld für Innovationen ist da – man muss nur wissen, wo. Bund, Land und EU bieten eine verwirrende Vielfalt an Förderprogrammen an. „Die meisten Unternehmer kommen erst zu uns, wenn sie eigentlich schon zu spät dran sind“, sagt eine IHK-Beraterin, mit der ich gesprochen habe. Dabei kann man mit der richtigen Vorbereitung viel erreichen.
Zwei Programme stechen im Moment besonders heraus. Zum einen die „steuerliche Forschungsförderung“, auch Forschungszulage genannt. Sie ist kein klassischer Zuschuss, sondern funktioniert über eine Steuerrückerstattung für investierte Forschungs- und Entwicklungsausgaben. Das Besondere: Sie ist themenoffen. Egal ob eine Bäckerei eine neue, länger haltbare Backmischung entwickelt oder eine Softwarefirma an einer App tüftelt – die Ausgaben können gefördert werden. Zum anderen ist da das Darlehensprogramm „NRW.BANK.Invest Zukunft“. Es finanziert bis zu 100 Prozent von Investitionen in Digitalisierung und neue Verfahren, allerdings explizit nicht die reine Forschung. Der Höchstbetrag liegt bei zehn Millionen Euro, der Zins ist um bis zu zwei Prozent günstiger als der Marktzins. Für kleine Betriebe gibt es sogar noch einen Tilgungsnachlass oben drauf.
Aus meiner langjährigen Beobachtung der Wirtschaftsförderung weiß ich: Die größte Hürde ist oft nicht das Geld, sondern die Bürokratie. Das zeigt sich auch beim neuen Programm „NRW.BANK.Impuls KI“, das den Einstieg in Künstliche Intelligenz mit bis zu 25.000 Euro bezuschusst. Die Anträge laufen online, und für das erste Jahr stehen drei Millionen Euro bereit. Wer hier mitmischen will, sollte sich beeilen. Solche Töpfe sind oft schneller leer, als man denkt. Ein kluger Unternehmer aus Wuppertal sagte mir kürzlich: „Man muss das System wie ein Spiel begreifen. Wer die Regeln kennt, gewinnt.“
| Förderprogramm | Höchstbetrag | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Steuerliche Forschungsförderung | Keine Obergrenze | Themenoffen, Steuerrückerstattung |
| NRW.BANK.Invest Zukunft | 10 Millionen Euro | Finanzierung von Digitalisierung |
| NRW.BANK.Impuls KI | 25.000 Euro | Online-Anträge, frühe Deadline |
Die Bedeutung dieser Förderungen geht weit über den einzelnen Betrieb hinaus. Sie sind das Schmiermittel für unseren Wirtschaftsstandort NRW. Sie ermöglichen es, Ideen aus den Hochschulen in die Fabrikhallen zu bringen und aus klugen Köpfen stabile Arbeitsplätze zu machen. Wer also eine Innovation in der Schublade hat, sollte nicht zögern. Der erste Schritt ist oft ein kostenloser Beratungstermin bei der IHK oder der NRW.BANK. Manchmal liegt der Schlüssel zum Erfolg nicht in einer noch brillanteren Idee, sondern schlicht im Wissen, wo man nach dem passenden Werkzeug greifen muss.