Auf dem Weg durch die Messehalle riecht es nach Kaffee, frischem Popcorn und einer großen Portion Zukunft. Es ist Tag 3 der großen Azubi-Aktion 2026 in Stuttgart und die Luft flirrt vor Energie. Tausende junger Menschen ziehen von Stand zu Stand, blättern in Broschüren und fragen, fragen, fragen. Doch eine Frage hallt hier heute lauter wider als alle anderen: „Was kann ich eigentlich? Und wo?“ Ich höre sie in unzähligen Varianten, begleitet von einem leichten Zögern in der Stimme.
„Viele Jugendliche kommen mit einer konkreten Vorstellung“, sagt mir Miriam Koch von der Industrie- und Handelskammer am Rande des Trubels. „Aber dann merken sie im Gespräch: Da gibt es Berufe, von denen ich noch nie gehört habe.“ Ihre Beobachtung deckt sich mit meiner: An den Ständen der großen Technologie-Unternehmen oder auch bei mittelständischen Betrieben aus der Region gibt es immer wieder dieses Aha-Erlebnis. Ein angehender Abiturient erzählt mir, er habe nie gewusst, dass man etwa als „Fachinformatiker für digitale Vernetzung“ nicht nur programmiert, sondern echte Anlagen in Fabriken zum Leben erweckt. „Das klingt plötzlich viel handfester“, sagt er mit leuchtenden Augen.
Genau hier liegt die Stärke dieser Messen. Es geht nicht nur um Broschüren, sondern um Begegnung. Eine Personalchefin eines mittelständischen Maschinenbauers aus dem Schwarzwald erklärt mir: „Wir suchen nicht nach den fertig ausgebildeten Profis. Wir suchen nach Neugierde.“ Sie erzählt von einem jungen Mann, der unsicher war, ob sein Realschulabschluss für eine technische Ausbildung reicht. Ein zwanzigminütiges Gespräch später hatte er nicht nur eine Einladung zum Probearbeiten, sondern auch ein neues Selbstvertrauen.
Diese Momente sind goldwert. In meinen Jahren als Reporterin habe ich oft erlebt, wie sehr der erste direkte Kontakt mit einem potenziellen Ausbilder Ängste nehmen kann. Die Frage nach der eigenen Eignung wird im persönlichen Gespräch oft kleiner, die Möglichkeiten werden größer.
- Erste direkte Kontakte
- Neugierde fördern
- Neue Berufe entdecken
- Perspektivenwechsel
- Selbstvertrauen stärken
- Ungeahnte Möglichkeiten
| Berufe | Beschreibung |
|---|---|
| Fachinformatiker für digitale Vernetzung | Programmiert und bringt Anlagen in Fabriken zum Leben |
| Maschinenbauer | Entwickelt und optimiert Maschinen und Anlagen |
| Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik | Installiert und wartet elektrische Systeme |
| Mechatroniker | Kombiniert Mechanik, Elektronik und Informatik |
| Betriebswirt | Leitet und organisiert betriebliche Prozesse |
| IT-Systemkaufmann | Berät in IT-Fragen und verkauft Lösungen |
Am Ende dieses langen Messetages bleibt ein Bild von ungenutztem Potenzial – auf beiden Seiten. Die Betriebe suchen händeringend nach den klugen Köpfen von morgen. Die Jugendlichen suchen nach einer Perspektive, die zu ihnen passt. Die Messe zeigt: Manchmal findet man diese Perspektive eben nicht im vertrauten Feld, sondern einen Stand weiter, in einem Gespräch, auf das man sich erst einmal einlassen muss. Der erste Schritt dorthin ist oft der schwerste, aber hier in der Messehalle wird er vielen heute ein gutes Stück leichter gemacht.