In Hamburg St. Georg sorgt das Alkoholverbot auf dem Hansaplatz weiter für Diskussionen. In den ersten vier Wochen seit der Anordnung hat die Polizei dort rund 200 Anzeigen geschrieben. Wer in der ausgewiesenen Zone alkoholische Getränke konsumiert, muss mit einem Platzverweis und einer Geldstrafe von bis zu 1000 Euro rechnen. Der Senat will so die massiven Probleme mit öffentlichem Trinken und Drogenkonsum eindämmen, die das Leben im Viertel seit Jahren belasten.
„Die klare Regel gibt uns mehr Handlungsspielraum“, sagt André Krüger, Leiter des örtlichen Polizeikommissariats. Doch viele Sozialarbeiter sehen die Maßnahme kritisch. Sie fürchten, dass die betroffenen Menschen nur verdrängt werden, anstatt ihnen zu helfen. „Wer keine Wohnung hat, für den ist der öffentliche Raum das Wohnzimmer. Ein Verbot allein löst die Ursachen nicht“, mahnt ein Streetworker, der hier täglich unterwegs ist.
Aus meiner Zeit in anderen Städten kenne ich diesen Zielkonflikt: Wie schafft man Sicherheit für alle, ohne die Schwächsten an den Rand zu drängen? In St. Georg ist die Lage besonders zugespitzt. Der Druck aus der angrenzenden Geschäftswelt und von Anwohnern war groß. Man spürt hier eine Mischung aus Erleichterung und neuer Sorge. Erleichterung, weil der Platz zeitweise tatsächlich ruhiger wirkt. Sorge, weil sich die Szene nun in weniger kontrollierte Ecken verlagern könnte.
- Erste vier Wochen des Verbots
- Rund 200 Anzeigen durch die Polizei
- Platzverweis und Geldstrafe bis zu 1000 Euro
- Ziele des Senats: Eindämmung öffentlicher Probleme
- Kritik von Sozialarbeitern
- Nötige niedrigschwellige Hilfsangebote
Die 200 Anzeigen zeigen vor allem eines: Das Verbot wird durchgesetzt. Ob es die Lebensqualität dauerhaft verbessert, wird sich erst entscheiden, wenn es mehr als nur Überwachung gibt. Nötig sind bezahlbare Wohnungen und niedrigschwellige Hilfsangebote – und zwar schnell. Sonst bleibt am Ende nur die Frage: Wohin als nächstes?
Mehr Informationen zur Rechtsgrundlage finden sich auf den Seiten der Hamburger Innenbehörde.
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Anzahl der Anzeigen | 200 |
| Maximale Geldstrafe | 1000 Euro |
| Kritikpunkte | Verdrängung der Betroffenen |
| Hilfsangebote | Niedrigschwellige Angebote nötig |
| Öffentlicher Raum | Für viele als Wohnzimmer |
| Langfristige Lösungen | Bezahlbare Wohnungen erforderlich |