Wer in Dortmund Bus oder Bahn fahren will, braucht bald fast nur noch ein Smartphone. Münzen und Scheine verlieren im Nahverkehr rasch an Bedeutung. Das stellt vor allem ältere Menschen vor eine große Hürde. Wie groß die Verunsicherung ist, zeigte eine simple Infoveranstaltung der DSW21, der städtischen Verkehrsbetriebe. Der Andrang war so gewaltig, dass nicht alle Interessierten einen Platz bekamen.
„Viele Seniorinnen und Senioren haben einfach Angst, etwas falsch zu machen oder betrogen zu werden“, erklärt eine Mitarbeiterin der Verbraucherzentrale, die die Schulung begleitete. Diese Angst ist verständlich. Der Schritt von der vertrauten Fahrkarte aus Papier zur App ist für manche eine kleine technische Revolution. In der Veranstaltung ging es deshalb ganz praktisch zu: Welche Apps sind sicher? Wie buche ich eine Strecke? Was ist ein QR-Code?
Aus meiner Zeit in Baden-Württemberg weiß ich, wie tief solche Veränderungen in den Alltag eingreifen können. Es geht hier um mehr als nur um Bequemlichkeit. Es geht um Teilhabe. Wer den ÖPNV nicht mehr nutzen kann, weil er mit der Technik nicht zurechtkommt, der wird buchstäblich abgehängt. Er kann nicht mehr einfach zum Arzt, zum Einkaufen oder zum Besuch bei der Enkelin fahren.
Die Verkehrsbetriebe betonen, dass es auch weiterhin persönliche Beratung und einige Verkaufsstellen geben wird. Doch der Trend ist eindeutig und er ist bundesweit zu beobachten. Die Frage ist, ob wir als Gesellschaft diesen Übergang einfach nur verwalten – oder ob wir ihn aktiv und einfühlsam gestalten. Veranstaltungen wie in Dortmund sind ein guter Anfang. Aber sie müssen die Regel werden, nicht die Ausnahme. Denn Mobilität darf kein Privileg der Digitalen sein. Sie ist ein Grundbedürfnis für alle.
- Technologie im Nahverkehr
- Angst vor Veränderungen
- Praktische Informationen
- Persönliche Beratung
- Teilhaben am Leben
- Zukunft der Mobilität
| Kategorie | Details |
|---|---|
| Technologie | Smartphone statt Bargeld |
| Herausforderung | Ältere Menschen und Technik |
| Beratung | Infosessions |
| Partizipation | ÖPNV-Nutzung für alle |
| Trend | B bundesweite Veränderungen |
| Zukunft | Aktive Gestaltung |