Immer mehr Menschen in Düsseldorf stellen sich die Frage, wie sie nachhaltiger leben können. Peter Lancashire aus Wittlaer beobachtet das genau. Er und seine Mitstreiter glauben, dass die Lösung nicht in noch mehr Besitz, sondern im Teilen liegt. Ihre neue Plattform „Teil-Bar“ will genau das ermöglichen. Sie verbindet Nachbarn, die selten genutzte Geräte verleihen möchten, mit denen, die sie nur kurz brauchen.
Die Idee ist aus dem erfolgreichen Kaiserswerther Reparaturcafé entstanden, das seit über einem Jahr kaputte Geräte wieder flott macht. „Wir schaffen damit einen Ort, wo Menschen ins Gespräch kommen“, sagt Mitgründer Michael Büßelmann. Doch Reparieren ist nur ein Teil. Der nächste Schritt ist, den Neukauf von Gegenständen von vornherein überflüssig zu machen. Ob eine Nudelmaschine für einen Kochabend oder ein Häcksler für den Garten – statt das Gerät zu kaufen, kann man es jetzt einfach leihen. Lancashire erzählt, wie ihm nach seinem Umzug ein Nachbar half: „Er hat mir eine Maschine für die Wegsteine geliehen. Das war extrem hilfreich und hat unsere Nachbarschaft gestärkt.“
Auf der Webseite kann jeder etwas anbieten oder suchen. Eine Akku-Kreissäge gibt es zum Beispiel für zehn Euro am Tag. Wichtig ist den Gründern, dass der Austausch lokal bleibt. „20 Minuten für eine Kreissäge zu fahren, das lohnt nicht“, sagt Büßelmann. Das Projekt soll unkompliziert sein und Vertrauen aufbauen, später auch mit Bewertungsfunktionen. Aktuell suchen sie vor allem Menschen, die bereit sind, ihre Werkzeuge oder Küchengeräte mit anderen zu teilen.
- Nachhaltiger Lebensstil
- Teilen statt Besitzen
- Lokal austauschen
- Kosteneffizient
- Gemeinschaft stärken
- Vertrauen aufbauen
Der bekannte Ökonom Professor Niko Paech wird die Initiative am Donnerstag in der Kaiserswerther Diakonie vorstellen. Er sieht im Teilen und Reparieren weit mehr als nur Umweltschutz. Es geht um gemeinschaftliches Handeln und die Rückgewinnung praktischer Fähigkeiten. Für Lancashire und sein Team ist klar: Wenn wir das, was wir haben, besser nutzen, entlastet das nicht nur die Natur, sondern auch unseren Geldbeutel. Und es schafft etwas, das in vielen Stadtteilen rarer wird: echten Nachbarschaftssinn.
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Plattform | Teil-Bar |
| Gründer | Peter Lancashire und Michael Büßelmann |
| Preis Beispiel | Akku-Kreissäge: 10 Euro pro Tag |
| Fokus | Teilen und Reparieren |
| Ziel | Stärkung der Nachbarschaft |
| Veranstaltung | Präsentation durch Professor Niko Paech |