Gerade in Düsseldorf-Hassels wird deutlich, was passiert, wenn ein Stadtteil über Jahre abgehängt wird. Laut dem aktuellen Quartiersatlas der Stadt leben hier Menschen mit den geringsten Chancen, der Armut allein zu entkommen. Jetzt sind Jeta Dashi und Franco Clemens dort unterwegs, ein neues Streetworker-Team. Ihr Job ist konkret: Sie sollen in den Straßen der Hochhaussiedlung präsent sein, vor allem an Wochenenden und Abenden, wenn klassische soziale Einrichtungen längst geschlossen haben.
Franco Clemens ist mit seiner Hündin Icy ein bekanntes Gesicht in der Düsseldorfer Sozialarbeit. „Manchmal“, sagt er, „hilft es, einen 40 Kilogramm schweren Hund an der Seite zu haben.“ Doch es geht um mehr als Präsenz. Das Team sucht aktiv den Kontakt. Sie wollen wissen:
- Wo fühlen sich Menschen unsicher?
- Was sind die unausgesprochenen Konflikte?
- Wie kann Vertrauen aufgebaut werden?
- Welche Freizeitangebote sind hilfreich?
- Wie kann die Anbindung an die Stadtgesellschaft verbessert werden?
- Was sind die Erwartungen der Bewohner?
Ein Ziel steht schon fest im Kalender: die kommende Silvesternacht. Vergangenes Jahr wurden hier Einsatzkräfte mit Feuerwerk beworfen. Die Streetworker wollen davor im Gespräch bleiben, um Eskalationen zu verhindern.
Bisher starten sie von der Jugendfreizeiteinrichtung Z4 aus, doch bald beziehen sie eine eigene Wohnung im Quartier. Das ist entscheidend. Echte Streetwork-Arbeit bedeutet, aufsuchend zu sein, niedrigschwellig und genau dort, wo die Menschen leben. Aus meiner Zeit in ähnlichen Stadtteilen weiß ich: Das Vertrauen wächst nicht durch Broschüren, sondern durch konstante, verlässliche Gesichter auf der Straße.
Hier geht es um mehr als Freizeitangebote. Es geht darum, eine verloren geglaubte Anbindung an die Stadtgesellschaft wieder herzustellen. Die 160.000 Euro der Stadt bis 2027 sind ein wichtiges Signal. Doch das wahre Zeichen des Erfolgs wird sein, ob die Bewohner von Hassels-Nord diese vier Sozialarbeiter irgendwann als ihre eigenen Anwälte begreifen. Das wäre ein echter Schritt weg von der Isolierung.
| Aspekt | Detail |
|---|---|
| Standort | Düsseldorf-Hassels |
| Teammitglieder | Jeta Dashi, Franco Clemens |
| Mission | Präsenz und Kontakt mit Bewohnern |
| Budget | 160.000 Euro bis 2027 |
| Erwartetes Ergebnis | Anbindung an Stadtgesellschaft |
| Wichtiger Tag | Silvesternacht |