Auf Schloss Neuhardenberg trifft sich die Bundesregierung zur Klausur. Draußen herrscht eine andere Art der Hitze. Umweltverbände wie der WWF und Greenpeace üben scharfe Kritik: Die Klimapolitik der Koalition sei von Rückschritten geprägt und verfestige fossile Strukturen, anstatt sie zu überwinden. „Wer den Ausbau der Erneuerbaren bremst, gefährdet die Zukunftsfähigkeit des Landes“, bringt es Georg Kössler von Greenpeace auf den Punkt. Eine starke These, die nach einer Antwort verlangt.
Die Bilder der letzten Wochen geben den Kritikern recht. Im Hürtgenwald bei Aachen loderten die bislang größten Waldbrände in der Geschichte Nordrhein-Westfalens. Hunderte Einsatzkräfte kämpften tagelang gegen die Flammen – ein Kampf gegen die Naturgewalten, der uns immer öfter bevorstehen könnte. Experten sind sich einig: Die wochenlange Trockenheit und die extremen Temperaturen sind kein Zufall mehr, sondern eine Folge des Klimawandels. Das spürt man nicht nur in den betroffenen Regionen. Auch bei uns in Hamburg sprachen viele Menschen über den braunen, beißenden Rauch, der hunderte Kilometer weit zog. Es war ein sehr deutlicher, sehr unangenehmer Vorbote.
Vor diesem Hintergrund wirken manche politischen Diskussionen wie aus der Zeit gefallen. Die Debatte um ein mögliches Aus für das Verbrenner-Aus oder der Bau neuer Gaskraftwerke sind für Vanessa Klocke vom WWF Symptome einer gefährlichen Planlosigkeit. „Wir bremsen, wo wir sprinten müssten“, sagt sie. In der Tat: Die Kabinettsklausur soll sich mit Trockenheit und Waldbrandgefahr befassen. Das ist notwendig. Aber die eigentliche Frage ist doch: Wann werden die Ursachen endlich konsequent bekämpft?
Aus meiner Zeit in Baden-Württemberg weiß ich, wie lange lokale Klimaschutzprojekte oft brauchen, bis sie realisiert werden. Die Bürokratie ist ein gigantischer Bremsklotz. Auf Bundesebene scheint sich dieses Muster zu wiederholen. Die Klausur in Neuhardenberg kann nur ein erster Schritt sein. Was danach kommt, entscheidet darüber, ob wir künftig mehr über Lösungen oder über neue Waldbrände berichten müssen. Die Zeit für halbe Sachen ist abgelaufen.
- Umweltverbände fordern Maßnahmen
- Experten weisen auf Klimawandel hin
- Waldbrände gefährden Ökosysteme
- Politische Debatten erscheinen outdated
- Bürokratie als Hindernis erkannt
- Klausur als erster Schritt zur Lösung
| Thema | Fakt |
|---|---|
| Waldbrände | Größte in Nordrhein-Westfalen |
| Trockenheit | Folge des Klimawandels |
| Politische Maßnahmen | Widersprüchliche Diskussionen |
| Umweltverbände | WWF und Greenpeace aktiv |
| Bürokratie | Bremsklotz für Projekte |
| Klausur | Erster Schritt zur Besserung |