In Stuttgart bereitet sich die Polizei auf einen Tag vor, der vieles zugleich sein kann: ein friedlicher Protesttag, ein gewöhnlicher Samstag – und für viele ein heiliger Feiertag. Am Sabbat sollen Jüdinnen und Juden in Ruhe beten können. Das sagt Innenminister Manuel Hagel deutlich. „Für uns gilt: Gebet vor Gebrüll.“
Meine Kollegen von der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ zitieren den Minister mit klaren Worten. Wer demonstrieren wolle, dürfe das. Aber friedlich. „Wo Protest zum Deckmantel für Hass wird, handeln wir.“
Die Initiative „Gen Z regelt“ will auch im Südwesten auf die Straße gehen. In Karlsruhe, Ulm, Freiburg und Stuttgart. Bundesweit sind 23 Städte genannt. Die Polizei rechnet mit Störungen. Sie schaut dabei auf Bilder aus anderen europäischen Ländern, wo es zuletzt zu gewalttätigen Protesten und vielen Festnahmen kam.
Ein Thema bewegt die Leute hier besonders. Vergangenen Samstag gingen in Stuttgart mehrere hundert Menschen auf die Straße. Sie solidarisierten sich mit Aktivisten, die nach einem Angriff auf ein israelisches Rüstungsunternehmen in Ulm in Untersuchungshaft sitzen. Solche Bilder bleiben hängen. Sie sorgen für eine besondere Spannung.
Die Demo-Teilnehmer protestieren gegen vieles:
- steigende Lebenshaltungskosten
- Kürzungen im Bildungsetat
- die Wehrpflicht
- Umweltschutz
- soziale Ungerechtigkeit
- schlechte Wohnverhältnisse
Das sind legitime Anliegen einer Generation, die sich um ihre Zukunft sorgt. Aus meiner Zeit hier in Baden-Württemberg weiß ich: Wenn junge Menschen ihre Stimme erheben, lohnt es sich zuzuhören.
Aber die Grenze ist klar. Sie verläuft dort, wo aus Frust Hass wird. Wo aus berechtigter Sorge eine Bedrohung für andere entsteht. Der Schutz derer, die an diesem Samstag einfach nur ihren Glauben leben wollen, ist keine Verhandlungssache. Er ist Pflicht.
Was bleibt also für diesen Tag? Die Hoffnung, dass laute Stimmen nicht über leise Gebete siegen. Dass Protest nicht in Pöbelei umschlägt. Die Polizei sagt, sie sei vorbereitet. Die Gesellschaft sollte es auch sein.
| Tag | Aktivität | Erwartungen |
|---|---|---|
| Samstag | Friedlicher Protest | Hohe Beteiligung |
| Sabbat | Religiöse Praktiken | Respekt und Ruhe |
| Kundgebung | Diskussion und Meinungsäußerung | Ordnung und Sicherheit |
Für einen Samstag, an dem am Ende alle sagen können: Wir haben unsere Meinung gesagt. Und wir haben einander in Ruhe gelassen.