Seit Anfang Oktober versucht an der FU Berlin etwas, den Blick auf die Kunst und den wissenschaftlichen Austausch zu lenken. Es ist eine Serie von Übergriffen, die Menschen verunsichern. Die Taten treffen viele von uns direkt, egal ob sie an der Freien Universität studieren oder ganz woanders in Berlin leben.
In der Nacht auf den 9. Oktober wurde die Regenbogenflagge vor dem Institut für Theaterwissenschaft abgeschnitten. Sie lag am Morgen einfach auf dem Boden. Jetzt haben Unbekannte an den Wänden und Türen einer genderneutralen Toilette fünf große Hakenkreuze hinterlassen. Daneben stehen Parolen wie „Love Nazis“ oder „AfD auf die 1“.
Der Asta der Uni spricht von einer gezielten Reihe von Angriffen. Die Studierendenvertretung sieht einen Zusammenhang mit anderen Vorfällen in der Stadt, etwa mit der Zerstörung einer Pride-Flaggen-Installation an der Akademie der Künste im August. Die Universitätsleitung verurteilt die Taten scharf. Sie hat rechtliche Schritte eingeleitet. Die Polizei ermittelt.
Professorin Ulrike Vedder, die Institutsleitung, sagt mir: „Diese Vorfälle sind ein Angriff auf unsere demokratische Kultur und auf die Freiheit der Wissenschaft.“ Viele hier empfinden es genauso. Die Angriffe zielen nicht nur auf Symbole, sie wollen eine Atmosphäre schaffen. Sie wollen Menschen einschüchtern, die sich für Vielfalt einsetzen.
Gerade in den Geisteswissenschaften beobachte ich seit Jahren, wie der Raum für freie Diskussion kleiner wird. Was in Berlin passiert, spiegelt eine Entwicklung wider, die auch andernorts spürbar ist. Es geht nicht nur um Einzelfälle. Es geht um die Frage, wie wir in Zukunft miteinander an den Universitäten arbeiten wollen. In einer offenen Gesellschaft sollten solche Orte der Debatte geschützt sein.
Die FU Berlin versucht, klare Zeichen zu setzen. Beratungsstellen für Betroffene sind aktiv. Studierende und Lehrende zeigen Solidarität, etwa durch das Aufhängen neuer Regenbogenfahnen. Doch die Frage bleibt: Wie begegnet man einer Stimmung, die sich von solchen Taten ermutigt fühlt?
Ich glaube, wir müssen darüber sprechen. Wir dürfen solche Vorfälle nicht als Randerscheinung abtun. Sie zeigen, dass unsere demokratischen Grundwerte immer wieder verteidigt werden müssen. Das beginnt an einem Institut für Theaterwissenschaft in Berlin-Dahlem. Es hört dort aber nicht auf.
- Angriffe auf die Freiheit der Wissenschaft
- Symbolische Zerstörung von Vielfalt
- Zusammenhang mit anderen Vorfällen
- Solidarität von Studierenden
- Aktive Beratungsstellen für Betroffene
- Notwendigkeit der Verteidigung demokratischer Werte
| Vorfall | Datum | Ort | Reaktion |
|---|---|---|---|
| Regenbogenflagge abgeschnitten | 9. Oktober | Institut für Theaterwissenschaft | Universitätsleitung verurteilt die Taten |
| Hakenkreuze an Toilette | 9. Oktober | genderneutrale Toilette | Polizei ermittelt |
| Zerstörung der Pride-Flaggen-Installation | August | Akademie der Künste | Zusammenhang erkannt |