Heute ist ein besonderer Tag für die Kultur in Hamburg. Wer am Reformationstag die Häuser und Gedenkstätten der Stadt besucht, zahlt keinen Eintritt. Das ist ein Geschenk an die Bürger. Unter dem Motto „#seeforfree“ beteiligen sich 50 Einrichtungen an der Aktion. Ich erlebe in diesen Tagen oft, wie Menschen nach Gemeinschaft suchen. Museen können dafür ein wunderbarer Ort sein.
Die Hamburger Kunsthalle, das Altonaer Museum und das Museum der Arbeit sind nur einige der teilnehmenden Häuser. Viele bieten ein besonderes Programm. Sie laden zum Mitmachen ein. Im Deutschen Hafenmuseum zeigen sie die Arbeit mit einem Schwimmkran. Ein Reepschläger führt sein altes Handwerk vor. Dort spürt man den Alltag im Hafen direkt. Kultursenator Carsten Brosda von der SPD sagt: „Museen sind Orte, an denen wir neue Perspektiven gewinnen und mit anderen ins Gespräch kommen können.“ Diesen Satz halte ich für sehr wichtig. Er beschreibt, was Kultur in einer Stadt wie Hamburg ausmacht.
Neu dabei sind in diesem Jahr vier Orte. Die Botschaft der Wildtiere zeigt heimische Tiere und wie man sie schützen kann. Für junge Gäste gibt es eine Lernwerkstatt über Wölfe. Eine historische S-Bahn fährt auf der Linie S1/S3 zwischen Blankenese und Harburg. Sie bringt Fahrgäste in die 80er Jahre zurück. Ich finde das eine schöne Idee. Sie verbindet Geschichte mit dem lebendigen Moment. Das Parabel Zentrum für Kunst und die Gedenkstätte Israelitische Töchterschule machen ebenfalls zum ersten Mal mit. Solche Orte erinnern uns daran, wie viel wir voneinander lernen können.
Für mich zeigt dieser Tag etwas Grundsätzliches. Kultur ist kein Luxus, sondern ein öffentlicher Dienst. Sie gehört allen. Wenn die Türen heute offen stehen, geht es nicht nur um kostenfreien Eintritt. Es geht um die Einladung zum Austausch. Um das Gespräch, das sonst vielleicht nicht stattfindet. In einer gespaltenen Zeit können wir das gut gebrauchen. Vielleicht geht man heute in ein Museum und spricht dort mit jemandem über ein Bild. Oder über die Geschichte des Hafens. Das ist der eigentliche Gewinn.
Was bleibt nach so einem Tag? Hoffentlich die Erinnerung, dass unsere Stadt voller Geschichten steckt. Und dass wir sie gemeinsam entdecken können. Ich wünsche mir, dass viele Menschen dieses Angebot nutzen. Nicht nur um etwas zu sehen. Sondern um miteinander ins Gespräch zu kommen. Das wäre ein schönes Signal für Hamburg.
- Besuch von 50 Einrichtungen
- Besonderes Programm in vielen Museen
- Einladung zum Austausch
- Erinnerung an gemeinsame Geschichte
- Kultur als öffentlicher Dienst
- Neuartige Orte wie die Botschaft der Wildtiere
| Ort | Was wird angeboten? |
|---|---|
| Hamburger Kunsthalle | Besonderes Kunstprogramm |
| Deutsches Hafenmuseum | Arbeit mit Schwimmkran |
| Parabel Zentrum für Kunst | Erstmalige Teilnahme |
| Gedenkstätte Israelitische Töchterschule | Erstmalige Teilnahme |
| Botschaft der Wildtiere | Lernwerkstatt über Wölfe |
| Historische S-Bahn | Fahrt in die 80er Jahre |