Der Unfall in Bremerhaven beschäftigt mich. Auf meinem Monitor läuft ein Video, das die Kollision zeigt – ein kurzes, scharfes Ruckeln, dann der grelle Schlag von Metall auf Metall. Für die Passagiere muss das ein Schreckmoment gewesen sein. Jetzt liegt die «Mein Schiff 3» da, mit Schäden im Millionenbereich, und der zehn Meter lange Riss im Rumpf wird die Werftarbeit wohl einige Zeit in Anspruch nehmen.
Die Reederei will das Schiff am Sonntag an die Pier der Lloyd Werft Bremerhaven überführen lassen, teilte TUI Cruises mit. In der Werft wird dann entschieden, ob und wann geplante Reisen noch stattfinden können. Die für diesen Donnerstag geplante Kreuzfahrt zu den Kanaren ist bereits abgesagt. Mehrere hundert Passagiere sind betroffen. Für die Reederei ist der wirtschaftliche Schaden erheblich, für viele Gäste eine herbe Enttäuschung.
Besonders ins Auge fällt die Frage nach der Verantwortung. Wie kann es zu so einer Kollision kommen? Die Polizei ermittelt gegen den Kapitän des Kreuzfahrtschiffs wegen möglicher Verletzung der Sorgfaltspflicht. Die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung mit Sitz in Hamburg ist bereits eingeschaltet und lässt einen offiziellen Bericht erstellen. Ein Augenzeuge hatte berichtet, dass mutmaßlich eine starke Böe das Manövrieren erschwert habe.
Was viele nicht wissen: In Bremerhaven gibt es laut Hafenbehörde keine pauschalen Windfahrverbote für Schiffe. Die Einschätzung der Lage und die letzte Entscheidung, ob ausgelaufen wird, obliegen dem Verantwortlichen auf der Brücke – also dem Kapitän. Das ist eine immense Verantwortung, die weit über die reine Navigation hinausgeht.
Was bleibt, ist die Frage nach den Konsequenzen. Jetzt geht es zunächst um die technische Aufarbeitung des Unfalls und darum, den entstandenen Schaden zu ermitteln. Der zehn Meter lange Riss im Rumpf ist dabei nur der sichtbarste Teil. Für die vielen Urlauber, die fest auf ihre Reise gehofft haben, geht es um Ersatz und um Planungssicherheit. TUI Cruises verspricht, Anfang nächster Woche Klarheit zu schaffen. Das wird nicht nur für die Passagiere, sondern auch für die ganze Seefahrtbranche ein genau beobachteter Termin sein. Was passiert mit einem Schiff, wenn im entscheidenden Moment die Kräfte der Natur doch stärker sind als die beste Technik? Hier steht eine Antwort aus.
- Unfallort: Bremerhaven
- Betroffener Kreuzfahrtschiff: Mein Schiff 3
- Schaden: Millionenbereich
- Länge des Risses: 10 Meter
- Verantwortlicher: Kapitän
- Ermittlungen: Polizei und Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Schiff | Mein Schiff 3 |
| Windfahrtverbot | Keine pauschalen Verbote in Bremerhaven |
| Betroffene Passagiere | Mehrere hundert |
| Geplante Kreuzfahrt | Kanaren (abgesagt) |
| Erwartete Klarheit von | TUI Cruises |
| Relevante Behörde | Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung |