Jetzt ist der Moment für das letzte große Volksfest der Saison. Auf dem Gelände an der Pieschener Allee drehen sich noch bis morgen, den 1. November, die Fahrgeschäfte. Das Riesenrad ragt 55 Meter hoch in den herbstlichen Himmel. Die Luft riecht nach gebrannten Mandeln und dem ersten Glühwein. Für viele Dresdner Familien ist das ein festes Ritual zum Saisonabschluss, bevor die Weihnachtsmärkte beginnen. Ich habe dort gestern Abend Eltern mit leuchtenden Augen ihrer Kinder beobachtet. Für sie ist das mehr als ein Rummel. Es ist ein Stück Heimatgefühl.
Doch dieses Wochenende bietet noch viel mehr als den letzten Karussellritt. Es ist ein Wochenende der Abschiede und letzten Chancen. Die Technischen Sammlungen im Ernemannbau schließen nach ihrem großen Abschiedsfest am Sonntag für Jahre. „Es ist der letzte reguläre Besuch, bevor die energetische Sanierung beginnt“, sagt eine Museumssprecherin. Wer also noch einmal durch die historischen Hallen streifen, bei Mitmachaktionen experimentieren oder die Sonderausstellung zum Filmemacher Ernst Hirsch sehen möchte, muss sich jetzt beeilen. Solche Schließungen sind immer eine Zäsur. Aus meiner Zeit in Baden-Württemberg weiß ich, wie sehr sich die Besucherstruktur danach verändern kann.
Parallel laufen die Tschechisch-Deutschen Kulturtage. Im Jazzclub Tonne treffen heute Abend die Gitarristin Freya Arde und die Sängerin Terezie Kovalová aufeinander. Ihre Musik schafft intensive Klangwelten zwischen Neoklassik und Ambient. Solche Kooperationen sind mehr als Kulturprogramm. Sie sind lebendige Nachbarschaftspflege. Das ist heute wichtiger denn je.
Für klassische Musikfans gibt es gleich zwei Termine mit der Dresdner Philharmonie im Kulturpalast. Am Samstag und Sonntag steht Brahms‘ monumentales Violinkonzert auf dem Programm. Dirigentin Bar Avni ergänzt es mit einem Orchesterzyklus von Fanny Hensel. Diese Kombination ist klug gewählt. Sie rückt eine Komponistin ins Rampenlicht, die zu lange im Schatten ihres Bruders Felix Mendelssohn stand.
Wer am Sonntag lieber raus ins Grüne möchte, hat im Barockgarten Großsedlitz eine letzte Gelegenheit. Bei der Führung „Dem Gärtner über die Schulter geschaut“ um 14 Uhr zeigt Gartenmeister Markus Bonke, wie die Anlage winterfest gemacht wird. So ein Blick hinter die Kulissen ist immer besonders. Man versteht danach die Mühe, die in so einem Kulturerbe steckt, viel besser.
Am Ende des Tages bleibt eine einfache Erkenntnis. Diese vielfältigen Angebote zeigen das pulsierende Leben dieser Stadt. Sie sind eine Einladung, das eigene Wochenende aktiv zu gestalten, statt nur zuzusehen. Ob auf dem volleletzten Volksfest, im dunklen Jazzkeller oder zwischen barocken Hecken – überall finden sich Geschichten und Begegnungen. Man muss nur hingehen.
- Letztes Volksfest der Saison
- Riesenrad 55 Meter hoch
- Lebendige Nachbarschaftspflege
- Sonderausstellung über Ernst Hirsch
- Führung im Barockgarten
- Konzerte mit der Dresdner Philharmonie
| Event | Datum | Ort |
|---|---|---|
| Volksfest | 1. November | Pieschener Allee |
| Technische Sammlungen | Sonntag | Ernemannbau |
| Tschechisch-Deutsche Kulturtage | Heute Abend | Jazzclub Tonne |
| Philharmonie Konzert | Samstag und Sonntag | Kulturpalast |