Seit über zwei Monaten lebt die sechsköpfige Familie Rednik auf dem Gehsteig vor ihrem ehemaligen Zuhause in Dresden-Leuben. Die Zwangsräumung im August traf sie hart. Jetzt planen die Eltern und ihre drei erwachsenen Töchter einen drastischen Schritt. Ab Montag will Familienvater Michael in den trockenen Hungerstreik treten, sollte die Familie das Haus an der Stephensonstraße nicht zurückerhalten. Auf Flüssigkeit zu verzichten ist nach wenigen Tagen lebensbedrohlich.
„Das ist das letzte verbleibende menschliche Mittel“, erklärt die Familie. Eine Woche später soll die Mutter folgen, dann nacheinander die Töchter. Sie fühlen sich in die Enge getrieben. Mutter Annette berichtet von Anfeindungen Passanten und einer traumatisierten zehnjährigen Tochter. Die Situation ist längst in der Stadtverwaltung angekommen. Das Jugendamt ist vor Ort, Bildungsbürgermeister Jan Donhauser lud zu Gesprächen. Die Familie jedoch bleibt auf der Straße. „Der Bürgermeister soll doch zu uns kommen“, sagt Annette Rednik.
Was ich aus meiner Zeit in der Kommunalberichterstattung weiß: Hinter solchen extremen Protesten steckt oft eine lange Geschichte gescheiterter Kommunikation und verzweifelter Hilfesuche. Die Familie Rednik ist kein Einzelfall. Ihre radikale Ankündigung wirft Fragen auf. Wie kann es sein, dass eine Familie mit einem zehnjährigen Kind wochenlang im Freien leben muss? Wo sind die Grenzen des staatlichen Wächteramts und wo beginnt die eigene Verantwortung?
- Einzelfall oder gesellschaftliches Problem?
- Langjährige gescheiterte Kommunikation
- Verzweifelte Hilfesuche
- Einfluss auf die Stadtverwaltung
- Betroffenheit der Kinder
- Dringlichkeit von Lösungen
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Zwangsräumung | August |
| Lebenssituation | Auf der Straße seit zwei Monaten |
| Hungerstreik | Beginn am Montag |
| Familienmitglieder | 6 Personen |
| Stadtverwaltung | Reaktion auf Protest |
| Gesellschaftliche Diskussion | Über Hilfsangebote und soziale Netze |
Die geplanten Hungerstreike sind ein verzweifelter Schrei nach einer Lösung, die längst überfällig ist.