Hier in Hamburg atmet man den Hafen, man spürt ihn. Jetzt spüren die großen Reedereien eine neue Herausforderung: den Abschied von Schweröl und Schiffsdiesel. Die Branche setzt massiv auf Flüssigerdgas, LNG, als Brückentechnologie. Das ist keine Kleinigkeit. Wer heute ein neues Schiff bestellt, muss sich für die nächsten 25 bis 30 Jahre festlegen. Die Investitionen sind gigantisch.
Laut einer aktuellen Studie des Germanischen Lloyd werden bis 2025 rund 40 Prozent aller neu georderten Containerschiffe mit LNG-Antrieb vom Stapel laufen. Die Entscheidung für einen Antrieb ist eine Jahrhundertentscheidung für eine Reederei, sagt ein Einkäufer einer großen Hamburger Linie im Gespräch. «Wir wetten mit Hunderten von Millionen Euro auf eine Technologie, von der wir hoffen, dass sie langfristig Bestand hat.» Es ist ein gewaltiges finanzielles Wagnis in unsicheren Zeiten.
Denn LNG ist nur eine Zwischenlösung. Die eigentliche Zukunft soll grünem Wasserstoff oder Ammoniak gehören. Die Motoren der heute bestellten LNG-Schiffe sind zwar oft schon «ready» für diese künftigen Treibstoffe. Der notwendige Infrastrukturausbau in den Häfen weltweit aber hinkt Jahrzehnte hinterher. In meinen Gesprächen mit Hafenplanern höre ich immer wieder dieselbe Sorge: Wer baut zuerst die teuren Tankstellen? Die Reeder oder die Häfen? Es ist ein Henne-Ei-Problem von globalem Ausmaß.
- Abschied von Schweröl und Schiffsdiesel
- Setzen auf Flüssigerdgas (LNG)
- Gigantische Investitionen bei neuen Schiffen
- Entscheidung für Antrieb als Jahrhundertentscheidung
- Zukunft mit grünem Wasserstoff oder Ammoniak
- Infrastrukturausbau in den Häfen ist entscheidend
Für die Bürgerinnen und Bürger in Hamburg und anderswo bedeutet dieser Umbau vor allem eines: Die Kosten dafür werden sich in den Transportpreisen widerspiegeln. Ihre Online-Bestellung, ihr importiertes Möbelstück, ihre Banane – all das wird tendenziell teurer. Die grüne Wende der Weltflotte ist unvermeidlich und richtig. Sie wird aber nicht vom Himmel fallen. Sie wird von uns allen mitbezahlt werden. Fragen wir uns also: Ist uns eine saubere Schifffahrt diesen Preis wert? Die Antwort darauf wird unsere Häfen und unseren Warenverkehr für Generationen prägen.
| Herausforderung | Technologie | Zeithorizont |
|---|---|---|
| Abschied von fossilen Brennstoffen | Flüssigerdgas (LNG) | 25 – 30 Jahre |
| Übergangslösung | Grüner Wasserstoff | Langfristig |
| Infrastruktur | Tankstellen | Unklar |
| Investitionen | Gigantisch | Aktuell |