Manchmal braucht es eben einen Gegner wie Leipzig, um wieder in die Spur zu finden. Die Füchse Berlin haben nach ihrer Niederlage in Magdeburg heute vor 8.725 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle ein echtes Ausrufezeichen gesetzt. 39:26 gegen das Tabellenschlusslicht – das war deutlicher als erwartet.
Von der ersten Minute an machten die Berliner klar, wer hier das Sagen hat. Leipzig wirkte überfordert, fast hilflos gegen das hohe Tempo der Füchse. Schon nach 17 Minuten stand es 15:5, und Keeper Lasse Ludwig war an diesem Tag einfach nicht zu überwinden. Selbst den ersten Siebenmeter der Gäste parierte er souverän. Lasse Andersson und Mathias Gidsel trafen jeweils sechsmal – bei Leipzig war es Tomas Piroch mit ebenfalls sechs Toren, der zumindest etwas Gegenwehr zeigte.
Eine besondere Note bekam das Spiel durch die Anwesenheit von Stefan Kretzschmar. Der 53-Jährige war zum ersten Mal seit seiner Entlassung als Vorstand Sport im September wieder bei einem Heimspiel der Füchse. «Sicherlich etwas emotional, sicherlich ungewöhnlich, aber ich freue mich wieder hier zu sein», sagte der heutige Dyn-Experte, der auch eine Leipziger Vergangenheit hat. Man konnte ihm die Emotionen ansehen.
Nach der Pause wurde es nicht besser für Leipzig. Nach 44 Minuten führten die Füchse bereits mit 33:16. Trainer Jaron Siewert konnte durchrotieren, Kräfte für die kommenden Aufgaben schonen. Leipzig versuchte noch etwas Ergebniskosmetik, aber chancenlos blieben die Sachsen bis zum Schluss.
Für die Füchse war es genau der richtige Auftritt zur richtigen Zeit. Selbstvertrauen tanken, Rhythmus finden – das hat funktioniert. Ob das reicht, um in den kommenden Wochen wieder an die Spitze heranzukommen? Die nächsten Spiele werden es zeigen.