An den Supermarktkassen von Frankfurt bis Düsseldorf spüren es die Menschen längst: Die Einkäufe werden teurer. Der Konflikt um Iran lässt Energiepreise explodieren. Das trifft deutsche Landwirte hart – und damit am Ende uns alle beim wöchentlichen Einkauf.
Agrarminister Alois Rainer schlägt Alarm. Sein Ministerium warnt vor „erheblichen wirtschaftlichen Unsicherheiten». Die Rechnung ist einfach: Höhere Energiekosten treiben die Preise für Düngemittel und Agrardiesel nach oben. Diese Kosten landen direkt auf unseren Kassenbons. Ein Sprecher des Ministers erklärt: „Das erhöht den Preisdruck entlang der gesamten Kette bis hin zum Einkauf im Supermarkt.»
Ich beobachte die Agrarmärkte seit der Finanzkrise 2008. Was mich heute beunruhigt: Niemand kann abschätzen, wie lange dieser Konflikt dauert. Die Düngerlager sind zwar noch gut gefüllt, bestätigt das Ministerium. Aber wie lange reicht das? Das Ministerium setzt sich in Brüssel für niedrigere Einfuhrzölle auf Dünger ein. Gleichzeitig soll die europäische Eigenproduktion gestärkt werden.
Die Bauern kämpfen an mehreren Fronten. Dünger braucht Gas zur Herstellung – und Gas ist knapp. Lieferwege aus Asien sind blockiert. Ihre Maschinen laufen mit Diesel, der ebenfalls Rekordpreise erreicht. Eine Spirale, die sich fortsetzt.
Immerhin eine gute Nachricht: Die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln ist gesichert. Deutschland produziert bei Fleisch, Getreide und Eiern mehr als es verbraucht. Die Selbstversorgungsquote liegt teils über 100 Prozent. Das gibt etwas Sicherheit.
Das Kartellamt reagiert jetzt. Chef Andreas Mundt stockt Personal auf. Sein Ziel: Verhindern, dass Konzerne die Krise für künstliche Preiserhöhungen nutzen. „Jetzt können wir uns mit Nachdruck an die Durchsetzung begeben», verspricht er.
Die nächsten Monate werden zeigen, ob sich die Lage beruhigt. Eines ist klar: Konflikte in fernen Regionen landen schneller auf unserem Küchentisch, als vielen lieb ist. Wie viel sind wir bereit zu zahlen, wenn globale Krisen zur Normalität werden?