An der Kunstakademie Düsseldorf eskaliert ein Streit. Es geht um einen Auftritt der palästinensischen Künstlerin Basma al-Sharif. Rektorin Donatella Fioretti steht unter Druck. Eine Petition fordert ihren Rücktritt. Nun meldet sich die Gegenseite zu Wort.
Über tausend Menschen haben einen offenen Brief unterzeichnet. Sie verteidigen Fioretti und die Einladung der umstrittenen Künstlerin. Laut Angaben der Unterzeichner sei Kunstfreiheit ein hohes Gut. „Wir dürfen nicht zulassen, dass kritische Stimmen mundtot gemacht werden», heißt es in dem Schreiben.
Al-Sharif hatte in der Vergangenheit Äußerungen gemacht, die als antisemitisch kritisiert wurden. Die jüdische Gemeinde in Düsseldorf reagierte empört auf ihre Einladung. Auch Politiker forderten Konsequenzen. Fioretti weist die Vorwürfe zurück. Sie betont den künstlerischen Wert der Arbeiten.
Ich habe in zwanzig Jahren oft erlebt, wie Kunstdebatten emotional werden. Aber die Härte dieser Auseinandersetzung überrascht mich. Beide Seiten scheinen kaum noch miteinander zu reden. Das ist besorgniserregend.
Die Kunstakademie will am geplanten Termin festhalten. Weitere Informationen finden sich auf der Webseite der Kunstakademie Düsseldorf. Die Stadt beobachtet die Lage aufmerksam. Eine Entscheidung steht noch aus.
Bleibt die Frage: Wo verläuft die Grenze zwischen Kunstfreiheit und Verantwortung? Diese Debatte wird uns noch lange beschäftigen.