In Münchens U-Bahn-Stationen und Bussen läuft diesen August etwas anderes als Werbung. Auf den digitalen Anzeigen fragt die Feuerwehr die Fahrgäste: Wissen Sie eigentlich, wie man sich auf einen Notfall vorbereitet? In kurzen Quiz-Videos geht es um Notvorräte, das richtige Verhalten im Ernstfall und die Warn-App NINA. Die Idee ist einfach und klug: die Menschen genau dort abzuholen, wo sie im Alltag kurz innehalten – auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause.
„Welche offizielle Warn-App sollte auf Ihrem Smartphone installiert sein?“ Solche Fragen sollen Aufmerksamkeit wecken. Hinter der Aktion steckt mehr als nur eine Belehrung. Es ist der Versuch, ein Thema aus der abstrakten Welt der Behördenbrochüren in den konkreten Alltag zu holen. Seit Jahren bereitet sich München intensiver auf mögliche Krisen vor, von Hochwasser bis zum großflächigen Stromausfall. Eine eigene Abteilung in der Branddirektion arbeitet daran. Doch das beste Konzept nützt wenig, wenn es in der Schublade bleibt.
Feuerwehrchef Wolfgang Schäuble bringt es auf den Punkt: „Krisenvorsorge ist eine Gemeinschaftsaufgabe.“ Was er damit meint, habe ich in meiner Zeit als Reporterin immer wieder erlebt. Im Ernstfall sind die Rettungskräfte sofort überlastet. Wer dann einen Vorrat an Wasser und Lebensmitteln hat, wer weiß, wie man seinen Nachbarn erste Hilfe leistet, der handelt nicht nur für sich selbst. Er entlastet das gesamte System und gibt den Profis die Luft, die sie für die schwersten Fälle brauchen.
- Notvorräte anlegen
- Richtiges Verhalten im Ernstfall kennen
- Warn-App NINA installieren
- Erste Hilfe leisten können
- Mit Nachbarn kommunizieren
- Regelmäßig Informationsmaterial lesen
Die Kampagne ist ein Puzzleteil. Sie ergänzt Informationsstände auf Stadtfesten und Posts in den sozialen Medien. Ihr großer Vorteil ist die Reichweite und die spielerische, unverkrampfte Art. Niemand wird hier mit apokalyptischen Szenarien erschreckt. Stattdessen wird kurz und knapp Wissen vermittelt. Die Botschaft ist klar: Vorsorge ist kein Albtraum, sondern vernünftige Routine – so wie das Aufladen des Handys.
| Vorbereitung | Maßnahme |
|---|---|
| Notvorräte | Wasser und Lebensmittel lagern |
| Warn-App | NINA installieren |
| Erste Hilfe | Schulung besuchen |
| Nachbarhilfe | Nachbarn kontaktieren |
| Informationsstände | Besuchen |
| Soziale Medien | Aktualisierte Informationen folgen |
Am Ende bleibt eine Frage, die über München hinausgeht: Warum machen das nicht mehr Städte? In einer Zeit, in der uns globale Krisen sehr direkt betreffen können, ist diese Art der niedrigschwelligen Aufklärung vielleicht einer der praktischsten Beiträge zur Sicherheit aller. Mehr dazu beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz. Vielleicht schaut man beim Warten auf die nächste Bahn ja mal hin, statt nur auf das Handy.