Die deutschen Energiepreise bleiben eine Zerreißprobe für viele Haushalte – und laut einem der führenden Ökonomen des Landes ist die Bundesregierung auf dem falschen Weg. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, bringt es klar auf den Punkt: „Steigende Preise auf den Weltmärkten bedeuten einen Wohlstandsabfluss ins Ausland.“ Den könne keine Regierung ausgleichen, nur die Lage der ärmsten Haushalte lasse sich abfedern. Das müsse man den Bürgern auch so sagen. „Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar.” Was er damit meint? Politik muss ehrlich sein, statt kurzfristige Hilfen zu versprechen, die nicht durchhaltbar sind.
Als Beispiel nennt Hüther den Tankrabatt, der pünktlich zu den Sommerferien auslief – und sofort stiegen die Preise wieder. „Das war ein großer Fehler.” In meinen Gesprächen mit Familien hier in Düsseldorf spüre ich genau diese Frustration: Maßnahmen, die kurzfristig Linderung vorgaukeln, aber langfristig nichts ändern. Dabei zeigen aktuelle Daten eine scheinbare Erholung. Die Wirtschaft wächst wieder leicht, die Exporte sind stark. Doch Hüther warnt vor falschem Optimismus: „Aufschwung ist ein starkes Wort.”
Tatsächlich ist die Lage fragil. Andere Ökonomen wie Alexander Krüger von der Bank Bethmann weisen auf die Rekordhitze und das Niedrigwasser im Rhein hin, die Transporte verteuern und Ernten gefährden. Das sind keine theoretischen Risiken, sondern konkrete Belastungen für Betriebe und letztlich für die Verbraucherpreise. Der scheinbare Aufschwung kommt bei vielen Menschen nicht an. Zwar könnten die Reallöhne wieder steigen, doch gleichzeitig hat die Zahl der Arbeitslosen die Drei-Millionen-Marke überschritten. Viele Unternehmen können sich den Personalpuffer von früher nicht mehr leisten.
Was also tun? Für Hüther liegt der Schlüssel in Europa. Unser Wachstum im ersten Halbjahr wurde vor allem durch Exporte in die EU getragen. Der Ausbau des europäischen Binnenmarkts ist das eigentliche Konjunkturprogramm. Doch hier sieht er die Bundesregierung schlecht aufgestellt: „Klagen über Bürokratie in Brüssel ist noch kein Weg nach vorn.” Es braucht aktive Gestaltung, nicht nur Kritik. Die Debatte muss weg von kurzfristigen Entlastungen hin zu einer ehrlichen Diskussion über unsere Wettbewerbsfähigkeit in einem volatilen Weltmarkt. Die Frage ist: Sind wir bereit, diese unbequeme Wahrheit anzuhören – und danach zu handeln?
- Steigende Energiepreise
- Wohlstandsabfluss ins Ausland
- Rolle der Bundesregierung
- Frustration der Verbraucher
- Fragile wirtschaftliche Lage
- Schlüssel in Europa
| Verschiedene Aspekte | Details |
|---|---|
| Ökonom | Michael Hüther |
| Institut | Institut der deutschen Wirtschaft |
| Problem | Steigende Energiepreise |
| Massnahme | Tankrabatt |
| Wachstumsträger | Exporte in die EU |
| Herausforderung | Wettbewerbsfähigkeit |