Nico Schlotterbeck ist aktuell einer der konstantesten Abwehrspieler der Bundesliga. Doch sein Vertrag bei Borussia Dortmund läuft 2027 aus – und genau deshalb wird jetzt hinter den Kulissen verhandelt. Die Gespräche über eine Verlängerung sind im Gange, und beide Seiten signalisieren Optimismus. Für den BVB wäre ein Verbleib des 25-Jährigen ein wichtiges Zeichen, dass der Klub wieder Stabilität aufbaut.
Schlotterbeck kam 2022 für rund 20 Millionen Euro vom SC Freiburg nach Dortmund. Die erste Saison verlief holprig, doch mittlerweile hat er sich zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Defensive entwickelt. Seine Zweikampfquote liegt in dieser Saison bei über 70 Prozent, und er bringt genau die Aggressivität mit, die dem BVB in den letzten Jahren oft gefehlt hat. „Nico ist ein Leader, auf dem Platz und in der Kabine», sagte Sportdirektor Sebastian Kehl kürzlich in einem Interview mit der Ruhr Nachrichten.
Dass die Vertragsgespräche jetzt Fahrt aufnehmen, ist kein Zufall. Der BVB hat in der Vergangenheit zu oft zu spät reagiert und wichtige Spieler ablösefrei verloren. Bei Schlotterbeck will man das vermeiden. Der Innenverteidiger selbst fühlt sich in Dortmund wohl, wie er mehrfach betont hat. „Ich bin hier, um Titel zu gewinnen. Das ist mein Anspruch», erklärte er nach dem Spiel gegen Leipzig.
Interessant wird sein, wie der Verein die finanzielle Seite regelt. Schlotterbeck wird mit Sicherheit eine deutliche Gehaltserhöhung fordern – und das zu Recht. Auf dem internationalen Markt könnten Klubs aus England oder Italien schnell 40 bis 50 Millionen Euro bieten. Der BVB muss also zeigen, dass er bereit ist, in die sportliche Zukunft zu investieren.
Die Vertragsgespräche mit Schlotterbeck sind ein Lackmustest für Dortmund. Gelingt die Verlängerung, signalisiert der Klub: Wir halten unsere Leistungsträger. Scheitert sie, droht wieder das alte Muster. Bleibt die Frage: Kann der BVB endlich langfristig denken, statt nur kurzfristig zu reagieren?