Beim 1. FC Köln könnte schon bald wieder ein neuer Trainer an der Seitenlinie stehen. René Wagner, der erst vor kurzem das Zepter von Lukas Kwasniok übernommen hat, bekommt laut «Sport Bild» nur eine kurze Bewährungsfrist. Die beiden Spiele nach der Länderspielpause – bei Eintracht Frankfurt am 5. April und gegen Werder Bremen am 12. April – werden zur Schicksalsfrage für den 37-Jährigen.
Wagner ist ein Bundesliga-Novize. In seiner Karriere war er fast ausschließlich als Co-Trainer tätig. Diese Personalie war von Anfang an ein Risiko für den FC. Jetzt zeigt sich: Der Klub hält sich alle Optionen offen. Sollte keine Trendwende gelingen, könnte ein erfahrener Coach hinzukommen. Im Gespräch ist Friedhelm Funkel, wie auch der Kölner «Express» berichtete.
Funkel selbst hat ein Comeback nicht ausgeschlossen. Gegenüber RTL/ntv und sport.de sagte der 72-Jährige: «Ich bin gesund, ich bin immer noch gerne im Stadion und würde, wenn es der Situation entspricht, wo ich mich mit identifizieren kann, nicht ausschließen, nochmal irgendwann auf die Trainerbank zurückzukehren.» Gleichzeitig betonte er, dass es bisher keinen Kontakt zum 1. FC Köln gegeben habe.
Interessant ist Funkels Einschätzung zur aktuellen Lage. Die Entscheidung für Wagner hält er für «richtig». Über die Mannschaft sagt er: «Die Spiele, die der FC noch vor der Brust hat, stimmen mich total optimistisch, dass die hundertprozentig die Klasse halten.» Seinem Vorgänger Kwasniok könne man «eigentlich gar nicht so viel vorwerfen», vor allem nicht inhaltlich. «Die Mannschaft hat überwiegend, ich sag mal zu 80, 85 Prozent wirklich immer gute Spiele gemacht.»
Das Problem liegt auf der Hand: 18 Spiele, nur zwei Siege. «Das ist einfach zu wenig, um aus dem Abstiegskampf rauszukommen», analysiert Funkel nüchtern. Der FC steht als Tabellen-15. zwar noch knapp über dem Strich, doch der Vorsprung auf Rang 16 beträgt nur zwei Punkte. Die Situation ist brenzlig.
Für Wagner wird es jetzt ernst. Zwei Spiele, um zu zeigen, dass er mehr kann als nur Assistent sein. In Köln sind die Geduld und die Nerven dünn. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob der 1. FC Köln Trainerwechsel 2023 mit Wagner fortsetzt – oder ob Funkel doch noch einmal seine Feuerwehr-Qualitäten unter Beweis stellen muss.