Am kommenden Freitag wird das pulsierende Herz des Rhein-Ruhr-Gebiets stillstehen. Von 380 auf null. Von 21. August bis 4. September wird kein einziger Zug mehr auf der wichtigsten Schienenader zwischen Köln und Düsseldorf verkehren. Für Hunderttausende Pendler und Reisende bedeutet das einmal mehr: Geduld und Schienenersatzverkehr.
Die Infrastrukturgesellschaft der Deutschen Bahn sperrt die Strecke voll, um das Mammutprojekt Rhein-Ruhr-Express voranzutreiben und marode Gleise zu sanieren. Die Idee ist gut, die Umsetzung wird für viele zur Geduldsprobe. „Der Ersatzfahrplan stand zwar lange fest, musste aber noch einmal überarbeitet werden“, erzählt mir ein Bahnsprecher am Telefon. Der Grund: An der Wupper-Brücke in Opladen wurden Schäden entdeckt, eine wichtige Umleitungsstrecke ist jetzt nur noch langsam befahrbar.
Das spüren vor allem die Fernreisenden. Züge in Richtung Berlin oder Hamburg fahren zwar weiter, mindestens alle zwei Stunden, aber viele halten nicht mehr in den großen Hauptbahnhöfen. Wer an die Küste oder in den Osten will, muss in Hamburg oder Dortmund umsteigen. „Es wird eng, aber es gibt ein Grundangebot“, versichert die Bahn. Die Pendler in der Region trifft es härter.
- Der RE 1 wird über Neuss umgeleitet
- Er hält nicht mehr in Düsseldorf-Benrath
- Er hält nicht mehr in Köln Messe/Deutz
- Ersatzbusse pendeln zwischen den Halten
- Der RE 5 fällt zwischen Düsseldorf und Köln-Mülheim komplett aus
- Die S-Bahn-Netz liegt in Teilen lahm
Die S 6 endet in Köln-Dellbrück, die S 68 fällt ganz aus. Ersatzbusse, die an den Bussteigen 17 in Düsseldorf abfahren, sollen die Lücke füllen – ein schwacher Trost in der morgendlichen Rushhour.
Was viele noch nicht wissen: Der Spuk ist nicht mit dem 4. September vorbei. Wegen Folgearbeiten fallen die S 6 und S 68 sogar noch bis zum 4. Dezember aus. Und auch im Oktober wird der RE 5 nicht überall halten. Die Sanierung zieht weitere Kreise, als viele ahnen.
Aus meiner Zeit in Stuttgart weiß ich: Große Bauprojekte sind immer ein Balanceakt zwischen Zukunft und Gegenwart. Der RRX soll später Millionen Menschen schneller verbinden. Jetzt, in diesen Wochen, zählt jede Minute, die Pendler länger im Bus oder auf der Umleitungsstrecke verbringen. Die Frage ist, ob der Frust über die Gegenwart die Freude auf die Zukunft überwiegt. Mehr Details zum Ersatzverkehr finden sich auf den Seiten der Deutschen Bahn.
| Strecke | Status | Ersatzverkehr |
|---|---|---|
| RE 1 | Umgeleitet über Neuss | Ersatzbusse zwischen den Halten |
| RE 5 | Fällt zwischen Düsseldorf und Köln-Mülheim aus | N/A |
| S 6 | Endet in Köln-Dellbrück | Ersatzbusse ab Bussteig 17 |
| S 68 | Fällt ganz aus | N/A |
| Fernzüge | Fahren weiterhin | Halt nur in großen Hauptbahnhöfen |
| Zukunft | Geplantes Projekt | Verbindet Millionen schneller |
Die eigentliche Rechnung steht noch aus: Ob sich der Stillstand für den zukünftigen Schwung gelohnt hat, werden erst die Fahrgäste in ein paar Jahren beantworten können. Bis dahin heißt es: durchhalten.