Es sind diese Bilder, die einen immer wieder innehalten lassen: Eine verkohlte Waldlandschaft in der Eifel, die Luft noch immer schwer vom Rauch. Bundeskanzler Friedrich Merz stand am Samstag genau dort, wo noch vor Tagen das Feuer wütete – im Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen. Sein erster Termin nach dem Sommerurlaub führte ihn nicht in sein Bonner Kanzleramt, sondern in ein Katastrophengebiet. Das sagt viel über die Prioritäten dieser Tage aus.
„Der bedauerliche Befund ist, wir müssen damit rechnen, dass wir häufiger solche Ereignisse haben. Das ist Klimawandel“, sagte Merz mit ernster Miene. Rund 3200 Hektar Wald im Hohen Venn sind betroffen, eine Fläche fast so groß wie das gesamte Stadtgebiet von Düsseldorf. Der Kanzler dankte den Einsatzkräften, deren Löscherfolg er als Gemeinschaftsleistung würdigte. Die Reaktion vor Ort war gespalten; zwischen Dankesworten hallten auch Buhrufe durch den Wald. „Ich lasse mich von denen, die rumschreien, nicht beeindrucken“, konterte Merz. Landrat Ralf Nolten verteidigte den späten Besuchstermin: Die Feuerwehr habe selbst von einem früheren Kommen abgeraten, um die Arbeiten nicht zu stören.
Doch der Waldbrandbesuch war mehr als eine Solidaritätsbekundung. Er wirkte wie eine brutale Vorahnung auf die kommenden politischen Aufgaben. Direkt im Anschluss machte Merz in einem Interview mit der „Bild am Sonntag“ deutlich, worum es ihm jetzt gehen muss: Tempo. „In Deutschland geht es um Wachstum und Beschäftigung. Das ist das wichtigste Thema“, betonte er. Die vor der Sommerpause beschlossenen Reformpakete zu Steuern, Rente und Bürokratieabbau müssten jetzt schnell durchs Parlament. „Diese historischen Beschlüsse müssen so schnell wie möglich umgesetzt werden“, forderte der Kanzler. Man spürt den Druck, der auf seiner Koalition lastet. Die Menschen erwarten spürbare Entlastung, und zwar jetzt.
Aus meiner Zeit in Baden-Württemberg weiß ich: Nach einer Krise folgt meist die Phase der konkreten Umsetzung. Da wird aus Symbolpolitik harte Arbeit. Merz versucht genau diesen Übergang zu managen. Während am Montag das CDU-Präsidium tagt und sich ab Dienstag das Kabinett in Neuhardenberg zur Klausur trifft, wird sich zeigen, ob der Teamgeist, den er im Waldbrandgebiet beschwor, auch in Berlin trägt. Die Löschung eines Feuers ist eine Sache. Die Zündung eines Reformmotors eine ganz andere. Die Frage ist: Schafft es diese Regierung, beides gleichzeitig zu tun?
- Baumfällungen in betroffenem Gebiet
- Optimierung der Feuerwehrarbeit
- Aufbau von Schutzmaßnahmen
- Reform der Ressourcenbereitstellung
- Wachstumsstrategie für die Region
- Einrichtung von Soforthilfen
| Umsetzungsschritte | Frist | Verantwortlicher |
|---|---|---|
| Baumfällungen | Vorrangig | Forstbehörde |
| Feuerwehrressourcen | 1 Monat | Innenministerium |
| Schutzmaßnahmen | 2 Monate | Umweltministerium |
| Wachstumsstrategie | 3 Monate | Wirtschaftsministerium |
| Soforthilfen | Sofort | Bundesregierung |