In Hamburg nervt es jeden Autofahrer, jede Radfahrerin und jeden Fußgänger: die endlosen Baustellen. Manche wirken wie Geister – abgesperrt, aber menschenleer. Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) sagt, das hat oft einen simplen Grund: „Wir können nicht überall gleichzeitig bauen. Wo heute eine Straße aufgerissen ist, fehlen morgen auf der nächsten Baustelle die Fachkräfte, um weiterzumachen.“ Laut seiner Senatsverwaltung sind derzeit über 90 Großbaustellen im Stadtgebiet aktiv. Die Koordination zwischen Tiefbau, Leitungsbetrieben und den vielen Baufirmen sei eine „logistische Jahrhundertaufgabe“.
Ein Problem ist die Zersplitterung. „Oft graben hier die Wasserwerke, einen Kilometer weiter die Telekom, und keiner weiß vom anderen“, erklärt ein Planer aus dem Bezirk Eimsbüttel, der anonym bleiben möchte. Tjarks will das ändern. Sein Plan: eine zentrale „Baustellenkoordination“, die alle Projekte bündelt und Termine so legt, dass sich Arbeiten bündeln lassen. Ein ambitioniertes Vorhaben. Aus meiner Zeit in Stuttgart kenne ich das: Dort half ein digitales Leitungskataster, um das unterirdische Gewirr wenigstens zu kartieren. In Hamburg soll nun ähnliche Technik zum Einsatz kommen.
Doch die größte Hürde ist wohl der Fachkräftemangel. „Wir haben schlicht nicht genug Leute, um alle Rohre, Schienen und Straßen gleichzeitig zu erneuern“, sagt Tjarks. Eine mögliche Lösung: kürzere, aber intensivere Bauzeiten, etwa durch mehr Schichtarbeit. Das wird bei Anwohnenden nicht nur Begeisterung auslösen. Der Senator betont aber auch: „Jede Baustelle ist eine Investition in die Zukunft unserer Stadt.” Das ist richtig. Nur muss der Weg dahin für die Menschen jetzt auch erträglich sein.
- Klarere Kommunikation
- Priorisierung von Projekten
- Zentrale Baustellenkoordination
- Digitale Technik einsetzen
- Kürzere Bauzeiten
- Erreichbare Lösungen finden
| Problem | Lösung |
|---|---|
| Zersplitterung der Baustellen | Zentrale Koordination |
| Fachkräftemangel | Mehr Schichtarbeit |
| Klarheit der Informationen | Ehrliche Kommunikation |
| Langsame Bauprozesse | Intensivere Bauzeiten |
| Unkoordinierte Arbeiten | Digitale Planung |
| Mangelnde Priorisierung | Projektbewertung |
Was heißt das konkret? Klarere Kommunikation, wann genau was passiert. Und ein ehrlicher Blick darauf, was wirklich priorisiert werden muss. Die marque Elbbrücken oder die U5-U-Bahn-Linie? Beides kann nicht ohne Verzögerungen gehen. Am Ende geht es um eine Grundfrage: Wie viel Bau-Chaos ist uns der Fortschritt wert? Hamburg wird eine Antwort finden müssen – möglichst bald. Mehr dazu bei der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende.