In Düsseldorf schnappt die Rheinfähre nach fast einem Monat wieder nach Luft. Seit heute Morgen pendelt sie endlich wieder zwischen dem Düsseldorfer Süden und dem historischen Städtchen Zons. Ein kleiner Betrieb, aber ein großes Zeichen. Denn die wochenlange Zwangspause wegen des extrem niedrigen Rheinpegels hat nicht nur die Betreiber in Atem gehalten. Sie zeigt, wie verwundbar unsere alltäglichen Verbindungen sind, wenn der Fluss, die Lebensader, streikt.
Für Jens Jansen, einen der Fährmänner, bedeutet jede ausgefallene Überfahrt mehr als nur ein fehlendes Ticket. „Ein großer Teil unserer Einnahmen fällt im Frühjahr und Sommer an“, sagt er mir am Telefon. Die Erleichterung in seiner Stimme ist spürbar. Fast einen kompletten Monat Juli und August lag das Schiff still. Ein wirtschaftlicher Schlag für einen Familienbetrieb. Und ein Loch im Netz für all jene, die mit dem Rad zur Arbeit fahren oder am Wochenende einfach mal rauswollen ins Grüne. Gerade an sonnigen Tagen ist die Fähre normalerweise voll mit Ausflüglern, die von Düsseldorf aus die gemütlichen Gassen von Zons erkunden.
Der Rheinpegel hier in Düsseldorf hat sich in den letzten Tagen tatsächlich etwas erholt – von zeitweise negativen Werten auf jetzt knapp 40 Zentimeter. Das klingt nach wenig und das ist es auch. Aber es reicht gerade wieder für die Fähre. Ich erinnere mich an ähnliche Situationen in den letzten Jahren entlang des gesamten Stroms, von meiner Heimat Hamburg bis runter nach Baden-Württemberg. Die Extreme nehmen zu. Mal steht das Wasser zu hoch mal fällt es auf Rekordtiefs. Für die Menschen am Fluss ist das keine abstrakte Klimastatistik mehr sondern pure Alltagspraxis.
Die Wiederaufnahme des Fährbetriebs ist deshalb ein erleichternder Moment, aber kein Grund zur Entwarnung. Sie macht deutlich, wie abhängig wir von einem funktionierenden Ökosystem sind – für den Transport, für die Freizeit, für die wirtschaftliche Existenz kleiner Betriebe. Was bleibt, ist die Frage, wie wir mit diesen neuen Normalitäten umgehen. Werden wir lernen, uns anzupassen oder werden solche Unterbrechungen zur ständigen Begleitung? Die Fähre nach Zons fährt wieder. Aber die Debatte über unsere Zukunft am Wasser, die hat gerade erst richtig Fahrt aufgenommen.
- Erholung des Rheinpegels
- Wirtschaftliche Auswirkungen auf Fährbetriebe
- Abhängigkeit von natürlichen Ökosystemen
- Zunahme extremen Wetters
- Veränderung der Transportwege
- Anpassung an neue Normalitäten
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Stand der Fähre | Wiederaufnahme des Betriebs |
| Rheinpegel | Knapp 40 cm |
| Auswirkungen | Wirtschaftlicher Schlag |
| Häufigkeit von Extremwettern | Steigende Tendenz |
| Abhängigkeit | Von Ökosystemen |