Die Hitze der letzten Wochen liegt nicht nur schwer in der Luft, sie lastet auch auf den Äckern. In Süd- und Westdeutschland zeigen sich jetzt die Folgen des trockenen Frühjahrs. Die Getreideernte wird nach ersten Schätzungen des Deutschen Bauernverbands voraussichtlich neun Prozent unter dem Vorjahresniveau liegen. Besonders der Winterraps ist betroffen – hier droht ein Einbruch um ein Fünftel. Bauernpräsident Joachim Rukwied bringt es auf den Punkt: „Insbesondere in Süd- und Westdeutschland haben fehlende Niederschläge zu schwachen Erträgen bis hin zu Missernten bei einzelnen Kulturen geführt.”
Das wird nicht ohne Folgen für die Verbraucher bleiben. Agrarökonom Stephan Cramon-Taubadel von der Universität Göttingen erwartet, dass bestimmte Waren im Supermarkt „kurzfristig deutlich teurer werden oder möglicherweise zeitweise sogar nicht verfügbar sein.” Bei welchen Produkten genau, ist schwer vorherzusagen. In der Vergangenheit traf es oft:
- Speiseöle
- Südfrüchte
- Weizen
- Brot
- Gemüse
- Fleisch
Die aktuelle Lage könnte sich auch auf Grundnahrungsmittel auswirken. Der Weizenpreis auf dem Weltmarkt ist seit Monaten auf dem Vormarsch. Brot könnte teurer werden, wobei hier, so Cramon-Taubadel, nicht nur das Getreide, sondern vor allem die energieintensiven Prozesse wie Backen und Transport den Preis treiben.
Was mir als langjährigem Beobachter auffällt: Die Diskussion dreht sich immer schneller im Kreis. Einerseits sorgen sich Landwirte um ihre Existenz, andererseits Verbraucher um ihre Haushaltskasse. Der Deutsche Bauernverband fordert nun ein staatliches Sofortpaket mit Steuererleichterungen und früheren Direktzahlungen, um die Liquidität der Betriebe zu sichern. Das ist verständlich, aber es ist nur ein Pflaster auf einer Wunde, die größer wird. Der Agrarwissenschaftler weist auf einen weiteren Faktor hin: „Neben der Klimakrise kommt jetzt noch ein El-Niño-Ereignis hinzu. Auch das wird den Druck auf das globale Ernährungssystem noch einmal deutlich erhöhen.”
| Faktor | Auswirkung |
|---|---|
| Hitze | Schwache Erträge |
| El-Niño | Erhöhter Druck auf das Ernährungssystem |
| fehlende Niederschläge | Missernten |
| Steigende Preise | Teurere Lebensmittel |
| Erhöhung der Produktionskosten | Teuerung von Grundnahrungsmitteln |
| Verbraucherängste | Unsicherheit in den Haushaltskassen |
Am Ende stehen wir alle vor der gleichen Frage: Wie lange können wir uns unsere Grundnahrungsmittel noch leisten, wenn Extremwetter zur Regel wird? Die Regale bei Aldi und Lidl sind noch voll, aber die Stabilität, die wir gewohnt sind, bröckelt. Es wird Zeit, dass wir über mehr sprechen als nur über den Preis im Regal. Wir müssen über die Widerstandsfähigkeit unseres gesamten Systems reden.