In den Bahnhöfen und Zügen in Baden-Württemberg, wo ich viele Jahre über Regionalpolitik berichtet habe, merkt man die Verunsicherung. Ein Jahr, nachdem ein Kollege bei der Fahrscheinkontrolle starb, ist die Angst greifbar. Viele Eisenbahner fragen sich: Wer schützt mich eigentlich?
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) setzt nun ein klares Ultimatum. Sie droht mit einem bundesweiten Streik im Regionalverkehr im Januar, sollte die Bundesregierung nicht endlich liefern. Was sie fordert, ist ein längst versprochenes Gesetz für härtere Strafen bei Angriffen auf Zugpersonal. Gewerkschaftschef Martin Burkert macht seiner Enttäuschung Luft: „Die Regierung betreibt Arbeitsverweigerung, die Eisenbahner zahlen dafür mit ihrer Gesundheit oder gar ihrem Leben.” Aus meiner Zeit in München weiß ich: Solche scharfen Worte kommen nicht von ungefähr. Sie spiegeln eine tiefe Frustration.
Der Hintergrund ist tragisch. Anfang Februar wurde ein 36-jähriger Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz von einem Schwarzfahrer attackiert und starb an den Folgen. Der Täter erhielt zehn Jahre Haft wegen Körperverletzung mit Todesfolge. „Seitens der Politik gab es betroffene Gesichter und große Worte, aber keine Taten”, kritisiert Burkert. Das ist ein Vorwurf, der in der politischen Berliner Luft oft hängen bleibt – Versprechen, die im politischen Tagesgeschäft untergehen.
- Reform des Strafgesetzes
- Härtere Strafen für Angriffe
- Gesetzesentwurf im Bundestag
- Sicherheit der Beschäftigten
- Streik als Druckmittel
- Versprechen der Politik halten
Die Forderung der EVG ist konkret: Das Gesetz muss noch in diesem Jahr in den Bundestag. Andernfalls folgt die Arbeitsniederlegung. Das ist keine leere Drohung. Es geht um das Grundvertrauen der Beschäftigten in ihren Arbeitgeber und den Staat als Schutzmacht. Ein Streik würde nicht nur Reisende treffen, sondern wäre ein lauter Weckruf an die Politik.
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Situation | Verunsicherung unter Eisenbahnern |
| Forderungen der EVG | Gesetz für härtere Strafen |
| Zugbegleiter-Fall | 36-jähriger starb durch Angriff |
| Politische Reaktion | Keine Taten |
| Mögliche Konsequenzen | Bundesweiter Streik |
| Zukunft | Sicherheit im Nahverkehr |
Was bleibt, ist die Frage, wie viel eine sichere Arbeitsumgebung wert ist. Die Bundesregierung steht am Zug. Sie muss zeigen, dass die Sicherheit derer, die unseren Nahverkehr am Laufen halten, nicht vergessen wird. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob Berlin zuhört – oder ob die Weichen auf Konfrontation gestellt werden.