Die Debatte um die Leopoldstraße zeigt, wie schwierig es ist, eine Stadt für die Zukunft umzubauen, ohne die Gegenwart zu überfordern. Die Pläne für den Radschnellweg in den Münchner Norden sind logisch – er soll Pendler aus Garching sicher und schnell ins Zentrum bringen. Dafür müssen auf dem Abschnitt zwischen Siegestor und Franz-Josef-Straße Parkplätze weichen, mal auf der Ost-, mal auf der Westseite. Der Weg wird drei Meter breit, die Fahrbahn dafür etwas schmaler.
Im Bezirksausschuss Schwabing-Freimann gab es zwar grundsätzlichen Zuspruch, aber die Details sorgen für Reibung. „Wir waren mehr oder weniger einstimmig der Meinung, dass der Radschnellweg an sich zu befürworten ist“, sagte Norbert Nirschl (SPD). Seine Forderung: Durchgezogene Linien für die Autospuren und eine Anpassung der Parklizenzen, damit verbliebene Plätze abends nur Anwohnern vorbehalten sind. Ein vernünftiger Kompromiss, der den Ärger der Bewohner mildern könnte.
Denn der schwingt deutlich mit. CSU-Mitglied Ute Primavesi nannte das Vorhaben und schlug stattdessen ruhigere Parallelstraßen als Route vor. Doch wie SPD-Stadtrat Lars Mentrup entgegnete, muss ein Radschnellweg an großen Achsen und Umstiegspunkten verlaufen. „Bei dem Weg geht es ja auch darum, dass man jederzeit vom Rad steigen und in Bus, Tram oder U-Bahn wechseln kann.“
- Vision einer autogerechten Stadt
- Vernetzte Mobilität von morgen
- Verlust von Parkplätzen für Anwohner
- Mehr Sicherheit für Radfahrer
- Weniger Verkehr
- Lebenswertere Stadt
Hier prallen zwei Visionen aufeinander: die einer autogerechten Stadt von gestern und die einer vernetzten Mobilität von morgen. Aus meiner Berichterstattung in Stuttgart oder Hamburg weiß ich, dieser Konflikt ist überall ähnlich. Jeder Parkplatz, der fällt, fühlt sich für Anwohner zunächst wie ein Verlust an. Die Frage ist, was wir gewinnen – mehr Sicherheit für Radfahrer, weniger Verkehr, eine lebenswertere Stadt.
| Aspekt | Gegenwart | Zukunft |
|---|---|---|
| Parkplätze | Verlust für Anwohner | Wachstum der Radinfrastruktur |
| Sicherheit | Für Radfahrer unzureichend | Erhöhte Sicherheit |
| Verkehr | Staut sich | Reduziert |
| Mobilität | Auto-zentriert | Vernetzte Optionen |
| Lebensqualität | Bedrohung durch Lärm | Mehr Raum für Fußgänger |
| Öffentliche Meinung | Gegensätze | Akzeptanz schaffen |
Die Mehrheit im Gremium hat sich nun für die Pläne entschieden. Das ist ein Schritt. Die wahre Arbeit beginnt aber erst: die Akzeptanz vor Ort zu schaffen. Denn eine Infrastrukturwende gelingt nur, wenn die Menschen sie mittragen. Mehr dazu beim Kreisverwaltungsrefer München.