Die Drohung liegt jetzt klar auf dem Tisch: Wenn die Politik nicht endlich handelt, rollt im Januar in Deutschland kein Regionalzug mehr. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) kündigt bundesweite Streiks an, falls das versprochene Gesetz für härtere Strafen bei Angriffen auf Zugpersonal nicht noch in diesem Jahr kommt. „Sonst legen wir im Januar den Betrieb lahm“, sagt Gewerkschaftschef Martin Burkert. Es geht um viel mehr als Tarife – es geht um die körperliche Unversehrtheit derer, die jeden Tag Millionen Fahrgäste befördern.
Die Forderung ist nicht neu, aber die Wut ist es. Seit dem tödlichen Angriff auf den Zugbegleiter Serkan Çalar im Februar ist ein halbes Jahr vergangen. „Die Politiker haben Serkan vergessen. Wir nicht“, sagt Burkert mit einer Deutlichkeit, die man aus den Tarifrunden kennt. Die Statistik spricht eine brutale Sprache: Acht Angriffe pro Tag auf Bahnmitarbeiter. Ralf Damde vom Gesamtbetriebsrat bei DB Regio bringt es auf den Punkt: „Keiner weiß vor seiner Schicht, ob er wieder gesund nach Hause kommt.“ Das ist der Alltag hinter der pünktlichen Ankunft.
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) nennt die Sicherheit im Zug eine „Grundvoraussetzung“. Im Justizministerium heißt es, ein Gesetzentwurf sei in Abstimmung. Aber „Abstimmung“ ist in Berlin oft nur ein anderes Wort für Stillstand. Die Gewerkschaften haben die Geduld verloren. Sie erinnern daran, dass für Rettungskräfte bereits höhere Strafen gelten – warum nicht auch für die Menschen, die in abgeschlossenen Waggons Konflikte schlichten müssen?
Aus meiner Berichterstattung in Stuttgart oder München weiß ich: Diese Frustration in den Betrieben ist tief und echt. Es geht nicht um Symbolpolitik, sondern um das Gefühl, im Stich gelassen zu werden. Wenn Betriebsräte damit drohen, keine Dienstpläne mehr abzusegnen, dann ist das ein extremes Signal. Die Frage ist nun: Hört die Koalition in Berlin diese Warnung, bevor die Züge stehen bleiben? Der Countdown läuft.
- Bundesweite Streiks angekündigt
- Versprochenes Gesetz für härtere Strafen
- Tödlicher Angriff auf Serkan Çalar
- Acht Angriffe pro Tag auf Bahnmitarbeiter
- Frustration als tiefes Gefühl in den Betrieben
- Ähnliche Regeln wie für Rettungskräfte gefordert
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Drohung | Bundesweite Streiks |
| Forderung | Härtere Strafen für Angriffe |
| Tödlicher Vorfall | Angriff auf Zugbegleiter |
| Angriffe pro Tag | Acht |
| Reaktion der Politik | Stillstand bei Abstimmungen |
| Frustrationsniveau | Tief und echt |