In Frankfurt rückt ein Bürgerbegehren die Frage in den Mittelpunkt, wie wir in unseren Städten leben wollen. «Cityentscheid – autoarm und lebenswert» ist der klare Titel der Initiative, die gerade Form annimmt. Die Hitzesommer der letzten Jahre, in denen Frankfurt zeitweise zur heißesten Stadt Deutschlands wurde, haben vielen hier die Dringlichkeit vor Augen geführt. Versiegelte Flächen speichern die Hitze, Bäume und kühlender Schatten fehlen vielerorts. Es geht um nichts weniger als die Anpassung unserer Stadt an die Klimakrise.
Die Initiatoren wissen, wovon sie sprechen. Aus ihrer Feder stammt der erfolgreiche Frankfurter Radentscheid von 2018, der mit rund 40.000 Unterschriften konkrete Verbesserungen für den Radverkehr erreichte. Diesmal ist der Ansatz umfassender. Eine zentrale Forderung bleibt die Reduzierung des Autoverkehrs, der erheblich zum Klimawandel beiträgt. Darüber hinaus treten sie für die Entsiegelung und Begrünung von Flächen, die konsequente Nutzung von Regenwasser und eine höhere Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum ein. Sogar der Wunsch nach kostenlosen öffentlichen Toiletten steht auf der Agenda – ein kleines, aber feines Detail für mehr Lebensqualität.
Die Vorbereitungen laufen bereits. Ab dem Frühjahr sollen auf der Straße Unterschriften für das formal geplante Bürgerbegehren nach der Hessischen Gemeindeordnung gesammelt werden. Aus meiner langjährigen Berichterstattung weiß ich: Solche lokalen Bewegungen sind oft der Nukleus für größere Veränderungen. Sie zeigen, dass Klimapolitik nicht nur auf globalen Gipfeln, sondern vor der eigenen Haustür beginnt. Frankfurt könnte hier wieder einmal eine Vorreiterrolle einnehmen. Die entscheidende Frage wird sein: Wie viel Platz räumen wir dem Auto noch ein – und wie viel gewinnen wir an Lebensraum für uns alle zurück?
- Reduzierung des Autoverkehrs
- Entsiegelung und Begrünung von Flächen
- Konsequente Nutzung von Regenwasser
- Höhere Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum
- Kostenlose öffentliche Toiletten
- Förderung des Radverkehrs
| Forderung | Beschreibung |
|---|---|
| Reduzierung des Autoverkehrs | Weniger Autos im städtischen Raum für eine bessere Luftqualität |
| Entsiegelung von Flächen | Freimachung versiegelter Flächen zur Verbesserung des Stadtklimas |
| Regenwassernutzung | Nutzen von Regenwasser zur Bewässerung und Wasserverwaltung |
| Öffentlicher Raum | Schaffung von Freiräumen und Aufenthaltsmöglichkeiten für Bürger |
| Kostenlose Toiletten | Bereitstellung von Toiletten zur Erhöhung der Lebensqualität |
| Radverkehrsförderung | Verbesserungen für Radfahrer zur Förderung nachhaltiger Mobilität |