Knapp vier Wochen vor den Berliner Wahlen zeichnet sich ein ungewöhnliches Bild. Nicht die regierende CDU, sondern die Linkspartei liegt in einer neuen Forsa-Umfrage deutlich vorn – mit 22 Prozent. Die CDU teilt sich mit 18 Prozent den zweiten Platz mit der AfD. Eine klare Richtung für das Land ist das nicht. Ich erinnere mich an ähnlich offene Situationen in Baden-Württemberg, die am Ende oft zu überraschenden Bündnissen führten.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. „Wir spüren eine große Unzufriedenheit mit der aktuellen Politik“, sagt eine Wahlkampfhelferin der Linken am Rande einer Veranstaltung in Neukölln. Diese Stimmung scheint die regierende Große Koalition aus CDU und SPD besonders zu treffen, die zusammen nur noch auf 30 Prozent kommt. Der Rückzug von Bürgermeister Kai Wegner als Spitzenkandidat hat die Christdemokraten sichtbar geschwächt.
Interessant ist, was die Berliner sich wünschen: 37 Prozent favorisieren ein rot-rot-grünes Bündnis aus Linken, SPD und Grünen. Eine Koalition zwischen CDU und AfD, die 19 Prozent ansprechen würde, bleibt politisch ausgeschlossen. Das zeigt eine klare Grenze auf.
- Umfragewerte steigen für die Linkspartei
- CDU und SPD nur noch bei 30 Prozent
- Bürgermeister Wegner zieht sich zurück
- 37 Prozent für rot-rot-grüne Koalition
- Politische Lage ist angespannt
- Wahlversprechen der Parteien variieren stark
Meine Beobachtung aus zwei Jahrzehnten Politikberichterstattung: Oft holen Umfragen Stimmungen früher ein als es die etablierten Parteien wahrhaben wollen.
Am Ende wird es auf knappe Prozente ankommen. Für eine stabile Mehrheit bräuchte es ein Dreierbündnis. Ob die Wählerinnen und Wähler in vier Wochen wirklich so abstimmen ist offen.
| Partei | Umfragewert (%) |
|---|---|
| Linkspartei | 22 |
| CDU | 18 |
| AfD | 18 |
| SPD | 12 |
| Grüne | 10 |
| Sonstige | 13 |
Die Berliner haben die Wahl zwischen Kontinuität und einem deutlichen Wechsel – und das in einer ohnehin schon bewegten Zeit.