In Hamburg-Jenfeld herrscht am Freitagabend Ausnahmezustand. Die legendäre Kampnagel-Halle wird abgerissen – aber nicht, ohne einen letzten, rauschenden Abschied zu feiern. Zum Finale des Sommerfestivals haben sich über 10.000 Menschen versammelt, um das Ende einer Ära mit einem gigantischen Open-Air-Spektakel zu begehen. Es ist der vorläufige Höhepunkt eines Festivals, das in diesem Jahr über 300.000 Besucher anzog.
Schlager prallt auf Klassik, Slapstick auf ergreifendes Pathos – das Programm ist ein gewolltes Chaos, ein würdiges Finale für einen Ort, der immer für das Unerwartete stand. Auf der Trabrennbahn nebenan, die als Open-Air-Spielstätte diente, begeisterten noch bis vor kurzem Acts wie AnnenMayKantereit oder Nina Chuba. Jetzt liegt der Fokus auf dem Hauptgebäude. „Es ist ein emotionaler Moment“, sagt Intendantin Anna Mülter, die ich am Rande der Menge treffe. „Kampnagel war mehr als eine Spielstätte. Es war ein Freiraum, ein Labor, ein Zuhause für die Kunst, die auch mal wehtun darf.” Nach der Show beginnt der große Umbau. Eine moderne, nachhaltige Halle soll bis 2029 entstehen – für rund 200 Millionen Euro.
- Kulturort für über 30 Jahre
- 300.000 Besucher in diesem Jahr
- Emotionale Abschiedsfeier
- Über 10.000 Menschen versammelt
- Neuer Bau bis 2029 geplant
- 200 Millionen Euro Budget
Das Provisorium der nächsten Jahre ist bereits organisiert, aber die Stimmung ist dennoch wehmütig. In meinen fast zwanzig Jahren in Hamburg habe ich selten erlebt, wie sehr sich eine Stadt mit einem Kulturort identifiziert. Von den Hausbesetzungen der 80er bis zum international gefeierten Festival – Kampnagel war immer ein Seismograph für gesellschaftliche Debatten.
| Ereignis | Jahr | Bedeutung |
|---|---|---|
| Hausbesetzungen | 1980er | Beginn des kulturellen Engagements |
| Kampnagel Festival | Aktuell | International anerkanntes Event |
| Abbruch der Halle | 2023 | Neuanfang für kulturelle Events |
| Neubau | 2029 | Moderne nachhaltige Halle |
Was kommt jetzt? Eine modernisierte Bühne soll den Geist bewahren. Die Hoffnung ist groß, dass der Mut zum Experiment nicht der Baustelle zum Opfer fällt. Der tosende Applaus am Ende des Abends klang wie ein Versprechen: Wir sind gespannt auf das, was wird.