Hier in der Ruhrgebiets-Kulisse zwischen stillgelegten Zechen und lebendiger Kulturlandschaft zeigt sich an den Imbissständen, was viele Besucherinnen und Besucher aktuell bewegt: die Frage nach dem Preis. Man kommt für Konzerte, bleibt aber fürs Gemeinschaftserlebnis – und dazwischen steht der Hunger. Ein Rundgang über das Festivalgelände mit kritischem Blick auf den Teller und ins Portemonnaie.
Direkt am Eingang in Witten lockt der Duft von Frittierfett. Eine Portion Pommes mit Mayo schlägt mit 5 Euro zu Buche, das ist gegenüber der letzten Saison spürbar angezogen. „Wir müssen die gestiegenen Energiekosten und Rohstoffpreise weitergeben“, erklärt eine betroffene Standbetreiberin, während sie die nächste Fritteuse befüllt. „Die Margen sind knapp.” Ein paar Schritte weiter bietet eine regionale Foodtruck-Initiative vegane Currywurst aus Seitan für 7,50 Euro an. Das mag hoch erscheinen, doch die Qualität der Zutaten ist erkennbar – alles bio, alles aus der Region. Das schmeckt man. Aus meiner langjährigen Berichterstattung über lokale Wirtschaftskreisläufe weiß ich: Diese Transparenz hat ihren Preis, aber auch ihren Wert.
Am Biergarten-Zelt in Hattingen herrscht am Abend Hochbetrieb. Ein halber Liter eines regional gebrauten Pils kostet 6 Euro. Das ist festivalüblich, aber für viele Studierende aus Bochum bereits eine Haushaltsfrage. „Man überlegt zweimal, ob man sich noch ein zweites Bier gönnt”, sagt der 24-jährige Tom, der mit Kommilitonen da ist. Parallel dazu beobachtet man an den Sitzecken Familien, die selbst mitgebrachte Brote auspacken – ein verständlicher Zug angesichts der Gesamtkosten für einen Festivaltag. Die Stimmung bleibt dennoch gut, das gemeinsame Erlebnis wiegt vieles auf.
Was bleibt am Ende des Tages? Die Preise spiegeln wider, was überall zu spüren ist: die anhaltenden Folgen von Inflation und Lieferkosten. Ein Festivalbesuch ist heute eine bewusste Entscheidung für ein Erlebnis, weniger ein spontaner Kleinbetrag. Vielleicht sollten wir beim nächsten Blick auf die Speisekarte nicht nur an den Euro denken, sondern auch daran, welches Handwerk und welche regionalen Strukturen wir damit unterstützen. Denn am Ende zählt auf dem Zeltfestival Ruhr mehr als nur der Geschmack – es zählt das Gefühl, Teil von etwas zu sein.
- Steigende Energiekosten
- Rohstoffpreise
- Qualität der Zutaten
- Regionale Produkte
- Bewusster Konsum
- Gemeinschaftserlebnis
| Preis | Produkt | Standort |
|---|---|---|
| 5 Euro | Pommes mit Mayo | Witten |
| 7,50 Euro | Vegane Currywurst | Foodtruck-Initiative |
| 6 Euro | Halber Liter Pils | Hattingen |