Bange Stunden, hoch über den Lichtern von St. Pauli: Rund 20 Besucher des Hamburger Sommerdoms mussten am Freitagabend eine schier endlos scheinende Odyssee in schwindelerregender Höhe durchleben. Ihr Kettenkarussell, der „Nordic Tower“, blieb gegen 21 Uhr plötzlich stehen. Für die Eingesessenen begann ein Albtraum in rund 30 Metern Höhe, bei Temperaturen, die schnell unter die Haut gingen. Ich erinnere mich noch gut an die Berichte vom Winterdom, wo solche Pannen glücklicherweise selten sind – aber wenn sie passieren, wird die Verletzlichkeit der vermeintlich sicheren Vergnügungsmaschieren schlagartig spürbar.
Erst kamen die spezialisierten Höhenretter der Feuerwehr ins Spiel, doch die eigentliche Befreiung verlief dann anders. „Gegen Mitternacht konnten wir die Sitze im Notfallmodus herunterfahren“, erklärte ein Sprecher der Einsatzkräfte dem „Hamburger Abendblatt“. Am Boden nahmen sich Ärzte und Sanitäter dann der sichtlich mitgenommenen und vermutlich unterkühlten Frauen, Männer und Kinder an. Drei Stunden lang hatten sie dort oben ausharren müssen, festgeschnallt in ihren Sitzen, mit Blick auf das Lichtermeer des Volksfestes, das für sie zum Gefängnis geworden war.
Was genau den „Nordic Tower“, eines der größten Fahrgeschäfte auf dem Heiligengeistfeld, zum Stillstand brachte, ist noch unklar. Solche Zwischenfälle werfen immer die gleichen Fragen auf:
- Wie gut sind die Sicherheitssysteme?
- Wie schnell kann in dieser extremen Höhe überhaupt Hilfe kommen?
- Was sind die Folgen für die betroffenen Gäste?
- Welche Maßnahmen werden ergriffen, um Wiederholungen zu verhindern?
- Wie können solche Fahrgeschäfte besser überwacht werden?
- Wie reagieren Besucher auf ähnliche Ereignisse?
Für die 1,3 Millionen Besucher, die den Dom im letzten Jahr lockten, ist es ein unbequemer Denkanstoß. Das Vergnügen hat seine Grenzen, und manchmal zeigen sie sich auf brutale Weise. Der Sommerdom endet zwar schon am Sonntag, aber das Gefühl der Hilflosigkeit in der schwebenden Kälte wird für die Betroffenen noch lange nachhallen.
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Fahrgeschäft | Nordic Tower |
| Höhe | 30 Meter |
| Besucherzahl | Rund 20 |
| Dauer des Vorfalls | 3 Stunden |
| Sicherheitskräfte | Höhenretter der Feuerwehr |
| Berichterstattung | Hamburger Abendblatt |