Ein Großbrand wütet im Kehlsteinhaus bei Berchtesgaden. Noch am Samstagmorgen kämpfen Feuerwehrleute gegen die Flammen. Die Polizei vermutet Brandstiftung und hat eine Person festgenommen.
Die ersten Rettungskräfte erreichten das Gebäude auf über 1.800 Metern Höhe am Freitagabend gegen 21.52 Uhr. Sie trafen auf ein Haus in Vollbrand. Die Anfahrt auf der schmalen Bergstraße war für die schweren Löschfahrzeuge schwierig. „Die ersten Einsatzkräfte kamen erst rund 30 Minuten nach Alarmierung an“, erklärte eine Mitarbeiterin der Einsatzzentrale der Polizei Oberbayern Süd auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks. Zum Glück befand sich nach bisherigen Erkenntnissen niemand im Gebäude.
Die Löscharbeiten auf dem exponierten Berg sind extrem aufwändig. Aktuell sind noch rund 200 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Bergwacht und Polizei im Einsatz. Ein Verdacht steht schnell im Raum: Die Polizei geht von einer vorsätzlichen Tat aus. Noch in der Nacht konnte eine verdächtige Person festgenommen werden. Wer das ist und welche Motive möglicherweise dahinterstecken, wird nun von der Kriminalpolizei untersucht. Weitere Details will die Behörde am Samstag bekanntgeben.
Das Kehlsteinhaus ist mehr als ein Berggasthof. Es ist ein historischer Ort mit einer schweren Vergangenheit. 1938 als Repräsentationsbau für die NS-Führung errichtet, war es Teil des abgeriegelten Führersperrgebiets. Seit 1952 dient es als Ausflugslokal. Eine Ausstellung im Haus thematisiert diese dunkle Geschichte. Sie macht den Ort zu einem steten Mahnmal.
Jetzt steht dieser Ort in Flammen. Für mich als Journalistin zeigt dieser Vorfall wieder einmal, wie Geschichte und Gegenwart aufeinandertreffen. Ein solcher Akt, sollte er sich als Brandstiftung bestätigen, wäre ein Angriff nicht nur auf ein Gebäude, sondern auf einen Ort der Erinnerung. Die Ermittler in Berchtesgaden stehen vor einer schwierigen Aufgabe. Sie müssen nicht nur die Flammen löschen, sondern auch die Gründe für dieses Feuer finden.
- Feuerwehrleute im Einsatz
- Verdacht auf Brandstiftung
- 200 Einsatzkräfte beteiligt
- Historische Bedeutung des Kehlsteinhauses
- Vorfall zeigt Zusammenstoß von Geschichte und Gegenwart
- Ermittlungen der Kriminalpolizei laufen
| Details | Information |
|---|---|
| Ort | Kehlsteinhaus |
| Höhe | Über 1.800 Meter |
| Einsatzkräfte | Rund 200 |
| Start der rettenden Maßnahmen | Freitagabend, 21.52 Uhr |
| Ermittler | Kriminalpolizei |
| Historische Eröffnung | 1952 |