Wenn man das Wort Europa hört, denken viele Menschen in Dortmund zuerst an Brüssel, an weit entfernte Gipfel und komplizierte Gesetzestexte. Dass europäische Politik aber auf unseren eigenen Straßen und in unseren Parks sichtbar wird, das ist eine ganz andere Geschichte – und eine, die mehr Aufmerksamkeit verdient. Genau darum geht es bei der Europa-Radtour der Stadt am 21. September. Die Idee ist einfach und gut: Mit dem Fahrrad zu Orten fahren, die ohne europäische Fördermittel so nicht existieren würden.
Start ist am Platz von Novi Sad, benannt nach einer unserer Partnerstädte – schon das ist ein Stück gelebte europäische Verständigung. Von dort radelt man unter anderem zum Phoenix-See. Wo früher Stahl kochte, planschen heute Familien und segeln Boote. Diese riesige Transformation wurde maßgeblich mit EU-Geldern möglich gemacht. „Es ist wichtig zu zeigen, dass Europa kein abstraktes Konstrukt ist, sondern ganz konkrete Lebensqualität schafft“, erklärt eine Mitarbeiterin des Büros für Internationale Beziehungen, das die Tour organisiert. Der nächste Halt, der entstehende „Grüne Ring“ auf dem Gelände der alten Westfalenhütte, ist ein weiteres Beispiel. Hier wandelt sich ein ehemaliger Industriegigant in eine grüne Lunge für die Stadt, gefördert von europäischen Programmen.
Nach knapp 22 Kilometern endet die Tour beim EuropeDirect-Büro, einer Anlaufstelle für alle EU-Fragen. Diese Route ist mehr als nur ein netter Ausflug. Sie ist eine sichtbare und erlebbare Antwort auf die Frage, was die EU für Dortmund eigentlich bedeutet. In meinen Jahren als Reporterin habe ich oft erlebt, wie Distanz zu politischen Projekten entsteht, wenn man ihre Ergebnisse nicht sehen kann. Diese Radtour dreht den Spieß um. Sie macht Europa greifbar, ganz ohne trockene Vorträge.
- Start am Platz von Novi Sad
- Besuch des Phoenix-Sees
- Transformation mit EU-Geldern
- Entstehung des Grünen Rings
- Ende beim EuropeDirect-Büro
- Erlebbare EU-Politik
Für die Teilnahme braucht man ein eigenes Fahrrad, ob klassisch oder als E-Bike. Die Plätze sind begrenzt, eine Anmeldung ist notwendig. Bei strömendem Regen fällt die Veranstaltung aus. Aber wenn das Wetter mitspielt, wird hier etwas sehr Eindrückliches passieren: Menschen erleben ihre eigene Stadt mit neuen Augen und verstehen, dass sie Teil eines größeren Ganzen sind. Eine solche Perspektive kann manchmal mehr bewirken als hundert politische Reden. Mehr Informationen zur Anmeldung und zur Strecke finden sich auf den Seiten der Stadt Dortmund.