In Dortmund sollte längst gebaut werden. Ein Hightech-Gebäude für moderne Forschung. Martin Klare, der Investor hinter dem Projekt an der Ernst Abbe Straße, hat alles vorbereitet. Die Pläne liegen seit Monaten bei den Ämtern. Doch der Bau beginnt nicht. Warum? „Ich hab‘ den Kaffee auf“, sagt Klare. Er meint: Er wartet. Seit über einem Jahr.
Das Problem ist oft unsichtbar. Ein selten gewordener Vogel, die Uferschwalbe, soll hier leben. Deshalb darf nicht gebaut werden. „Das Problem ist, dass die Vögel nicht da sind,” erklärt Klare. Gutachter suchen sie. Sie finden sie nicht. Trotzdem bleibt die Auflage bestehen. Drei wertvolle Monate vergehen. Für jeden Monat Verzögerung steigen die Baukosten massiv. Das Geld liegt brach.
Dann kommt der Lkw. Genauer gesagt, er kommt nicht. Die Planung sah eine Zufahrt für Sattelschlepper vor. Die Behörde sagt nun: Hier darf kein Lkw rückwärtsfahren. Drei weitere Monate Streit folgen. Ein neues Grundstück muss gefunden werden. Die Lösung ist teuer und zeitraubend. „Das sprengt einfach jeden Plan,” sagt Frank Gischer, der Prokurist. Am Ende muss sogar ein neuer Bauantrag gestellt werden. Nur weil das geplante Gebäude nun drei Meter kleiner sein soll. Das bedeutet wieder Monate des Wartens.
Aus meiner Zeit in der Kommunalberichterstattung kenne ich das: Oft fehlt es nicht am guten Willen, sondern an klarer Kommunikation zwischen Behörden und Investoren. Ein anonymes Schreiben an die Redaktion, das von einem angeblichen spricht, löst die Probleme nicht. Es zeigt nur die Verunsicherung.
Die eigentliche Frage ist: Wer trägt das Risiko? Der Investor, der Arbeitsplätze schaffen will? Oder die Stadt, die dringend moderne Gewerbeflächen benötigt? In Dortmund hängt jetzt vieles in der Schwebe. Nicht wegen fehlender Ideen, sondern wegen eines Regelwerks, das die Realität auf der Baustelle nicht mehr erreicht. Wenn wir so weitermachen, versinken unsere ambitioniertesten Projekte im Papier. Bevor auch nur ein Bagger anrollt.
- Hohe Baukosten durch Verzögerungen
- Fehlende Kommunikation zwischen Behörden und Investoren
- Risikoverteilung zwischen Stadt und Investor
- Einhalten von Auflagen trotz nicht vorhandener Vögel
- Teure und zeitraubende Problemlösungen
- Notwendigkeit eines neuen Bauantrags
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Bauort | Ernst Abbe Straße, Dortmund |
| Investor | Martin Klare |
| Problem | Uferschwalbe als Auflage |
| Dauer der Verzögerung | Über ein Jahr |
| Folgen der Verzögerung | Steigende Baukosten |
| Notwendige Maßnahmen | Neuer Bauantrag |