Wenn heute Nacht die Uhren von Sommer- auf Winterzeit umgestellt wurden, geht für viele ein leises Stöhnen durchs Land. Dieses Ritual kennt jeder: Eine Stunde mehr Schlaf – und doch das Gefühl, die innere Uhr gerate aus dem Takt. Laut der aktuellen Forsa-Umfrage für die DAK-Gesundheit haben 71 Prozent der Menschen in Deutschland keine Lust mehr auf dieses Hin und Her. Interessant ist aber, dass die Ablehnung spürbar sinkt, besonders bei den Jüngeren. Warum eigentlich?
Die Umfragezahlen zeigen einen klaren Trend. Unter den 18- bis 29-Jährigen lehnen nur noch 50 Prozent die Zeitumstellung ab. Vor einem Jahr waren es noch 66 Prozent. Fast 40 Prozent in dieser Gruppe finden den Wechsel sogar gut. Das ist ein bemerkenswerter Stimmungswandel. Vielleicht liegt es daran, dass der Rhythmus von Nachtschichten, Studium oder Homeoffice den eigenen Tagesablauf längst durcheinanderwirbelt. Die künstliche Zeitverschiebung zweimal im Jahr wirkt dann nur noch wie ein weiterer Punkt auf einer langen Liste.
- Fast ein Drittel der Befragten berichtet von gesundheitlichen oder psychischen Problemen
- Frauen sind mit 36 Prozent deutlich häufiger betroffen als Männer
- Symptome sind bekannt: Müdigkeit, Schlappheit, Einschlafprobleme
- Pendlerinnen in Stuttgart klagen von anhaltender Trägheit
- Die Zeitumstellung ist mehr als nur ein kurzer Jetlag
- Diskussionen über die Zeitumstellung dauern seit 2018 an
Eigentlich sollte die Diskussion längst beendet sein. Schon 2018 sprach sich eine deutliche Mehrheit in einer EU-weiten Befragung für die Abschaffung aus. Doch seitdem herrscht Funkstille auf europäischer Ebene. Die Staaten können sich nicht einigen, ob dauerhaft Sommer- oder Winterzeit gelten soll. Die Wissenschaft plädiert klar für die permanente Normalzeit, also unsere jetzige Winterzeit. Das morgendliche Licht wäre entscheidend für einen stabilen Schlaf-Wach-Rhythmus.
| Kategorie | Prozent |
|---|---|
| Gesundheitliche Probleme | 30% |
| Frauen betroffen | 36% |
| Junge Leute gegen Zeitumstellung | 50% |
| Junge Leute dafür | 40% |
| Befragte für Abschaffung 2018 | Mehrheit |
| Stimmung 2018 | Stille |
Was bleibt, ist das Warten auf Brüssel und der persönliche Umgang mit der dunkleren Jahreszeit. Die langen Sommerabende sind nun vorbei. Stattdessen beginnt die Zeit der frühen Dämmerung. Vielleicht ist der leise Rückgang des Protests auch ein Zeichen von Resignation. Man arrangiert sich mit dem, was man nicht ändern kann. Die Frage ist nur: Müssen wir das wirklich?