Wie sicher landen wir eigentlich noch? Diese Frage dürfte manchem durch den Kopf gehen, wenn er nun den Zwischenbericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung zum Lufthansa-Airbus in München liest. Gut zwei Monate nachdem der A380 aus San Francisco fast 19 Meter zu früh aufsetzte und dabei Landebahnlampen und sieben Reifen beschädigte, stellt die Behörde klar: Es war eine schwere Störung. Das ist der genaue Begriff dafür, dass es beinahe zu einem Unfall kam.
Man muss sich das Bild vor Augen führen. Es war der 17. August, spät abends in München. An Bord der Maschine saßen 352 Passagiere und 24 Besatzungsmitglieder. Über dem Flughafen tobte ein Gewitter, der Regen schlug gegen die Scheiben. Die Sicht war miserabel, vielleicht nur 500 Meter, wie die Piloten später angaben. Weil das präzise Instrumentenlandesystem an dieser Bahn nicht verfügbar war, vertraute man auf ein GPS-gestütztes Verfahren. Doch im Endanflug sank die Maschine, von den Piloten zunächst unbemerkt, immer weiter unter die ideale Flugbahn. In nur neun Metern Höhe realisierte der Kapitän: Wir sind zu tief. Zwei Sekunden später schlug das Fahrwerk auf dem Boden vor der eigentlichen Landebahn auf.
Was hier auffällt, ist nicht nur der einzelne Vorfall. Sondern der Kontext. Nur zwei Tage zuvor hatte sich auf derselben Landebahn 26L ein weiterer Beinahe-Unfall ereignet. Eine Boeing der Vietnam Airlines konnte beim Start kaum abheben, Reifen platzten bei der anschließenden Notlandung. Zwei kritische Vorfälle an derselben Stelle innerhalb von 48 Stunden – das hinterlässt ein mulmiges Gefühl. Ein Experte der Luftfahrtsicherheit, mit dem ich spreche, sagt: „Solche Häufungen sind äußerst selten. Sie fordern uns auf, genau hinzuschauen: auf die Verfahren, die Technik und die menschliche Leistung unter extremem Stress.“
Die BFU nennt im Zwischenbericht keine konkrete Ursache. Das ist seriöse Untersuchungsarbeit, die ihren Zeit braucht. Ein abschließendes Urteil wird für nächstes Jahr erwartet. Doch die Fakten sprechen eine deutliche Sprache: Schwierige Wetterbedingungen, eine hochkomplexe Maschine, ein anspruchsvolles Landeverfahren. All das trifft aufeinander. Aus meiner langjährigen Berichterstattung weiß ich, dass die Sicherheit in der Luftfahrt auf Millionen kleinen, perfekt aufeinander abgestimmten Details beruht. Wenn nur eines davon aus dem Takt gerät, wird es kritisch.
Für uns als Gesellschaft bedeutet das: Wir vertrauen jeden Tag auf dieses System. Die Aufklärungsarbeit der BFU ist dabei kein Schuldspruch, sondern ein unverzichtbarer Dienst. Sie dient dazu, genau diese Abläufe noch sicherer zu machen. Der Bericht aus München ist eine Mahnung, wachsam zu bleiben. Denn am Ende geht es um das Kostbarste: das Leben der Menschen, die in diesen Maschinen sitzen.
- Schwierige Wetterbedingungen
- Hohe Passagieranzahl
- Komplexität der Maschine
- Anforderung an Landeverfahren
- Häufung von Vorfällen
- Vertrauen in das Flugzeug- und Sicherheitssystem
| Faktor | Beschreibung |
|---|---|
| Wetterbedingungen | Schlechtes Wetter kann Sicht und Steuerung beeinträchtigen |
| Maschinenkomplexität | Moderne Flugzeuge besitzen viele technische Systeme |
| Landeverfahren | Unzureichende Instrumente können Landungen gefährden |
| Passagieranzahl | Hohe Anzahl an Passagieren erhöht das Risiko |
| Technik | Unzureichende Technik kann fehleranfällig sein |
| Verfahren | Ein effektives Verfahren erhöht die Sicherheit |