Der Mordprozess um den achtjährigen Fabian aus Güstrow geht in die entscheidende Phase. Vor dem Landgericht Rostock schloss die Angeklagte Gina H. ihre Plädoyerphase mit einem emotionalen Schlusswort ab. Sie beteuerte mehrfach ihre Unschuld. „Ich habe Fabian nichts angetan“, sagte die 30-Jährige am Freitag laut übereinstimmenden Medienberichten. Ihr Leben sei seit der Tat an den Pranger gestellt worden.
Die Staatsanwaltschaft sieht das komplett anders. Sie wirft Gina H. vor, den Jungen am 10. Oktober 2025 mit sechs Messerstichen getötet zu haben. Als Motiv nennt die Anklage Frust und Hass. Die Beziehung zwischen der Angeklagten und Fabians Vater war kurz vor der Tat beendet worden. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Kind als Störfaktor empfunden wurde.
Gina H. weist diese Darstellung vehement zurück. „Das ist alles Schwachsinn“, zitiert sie der Lokalsender Ostseewelle aus dem Saal. Sie beschreibt Fabian als einen Jungen, der auch Schwierigkeiten machen konnte, betont aber ihre enge Bindung zu ihm. „Er hat mich geliebt wie einen eigenen Sohn“, sagte sie. Sie selbst habe ein Kind und könne das Leid der Familie nachvollziehen.
Ihre Verteidiger Thomas Löcker und Andreas Ohm plädierten auf Freispruch. Sie halten die Indizien für nicht stichhaltig. Es gebe keine Tatwaffe und keine Zeugen, die die Tat selbst sahen. Das Motiv bleibe unklar. „Gar keins“, sagte Ohm laut RTL-Nachrichten. Die Angeklagte nutzte ihre letzte Rede auch, um auf ihre Haltung während des Mammutprozesses einzugehen. Ihre zurückgenommene Art sei ein Ausdruck ihrer Ängste, nicht von Gefühlskälte.
- Emotionales Schlusswort von Gina H.
- Anklage sieht Frust und Hass als Motiv
- Gina H. beteuert ihre Unschuld
- Verteidigung plädiert auf Freispruch
- Keine Tatwaffe und keine Zeugen
- Urteil wird für 10. November erwartet
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Datum der Tat | 10. Oktober 2025 |
| Angeklagte | Gina H. |
| Alter von Fabian | 8 Jahre |
| Motiv laut Anklage | Frust und Hass |
| Urteilsverkündung | 10. November |
| Verteidigung | Thomas Löcker, Andreas Ohm |
Nach fast drei Monaten Verhandlung liegt der Fall nun in den Händen der Richter. Ein Urteil wird für den 10. November erwartet. Gina H. kündigte an, notfalls bis vor das höchste Gericht zu ziehen. „Ich werde so lange kämpfen, bis ich wieder auf freiem Fuß bin.“ Für die Familie des getöteten Jungen endet damit eine qualvolle Wartezeit nicht. Sie müssen weiter auf Gerechtigkeit hoffen – egal wie das Urteil ausfällt.