In Frankfurt-Ostend, zwischen dem 13. und dem 20. August, wurden zwei großflächige Graffiti-Signaturen mit schwarzer Farbe auf die Außenwand der Jüdischen Erinnerungsstätte im Philipp-Holzmann-Weg geschmiert. Die Polizei sucht nun dringend Zeugen.
Solche Meldungen lese ich oft. Meist geht es um Sachbeschädigung an Bahnhöfen oder Brücken. Hier aber ist der Ort entscheidend: eine Stätte des Gedenkens. Wer eine solche Wand beschmiert, der beschädigt nicht nur Putz und Stein. Das ist ein Angriff auf die Erinnerung selbst. In Frankfurt, einer Stadt, die ihre historische Verantwortung so deutlich wie kaum eine andere lebt, trifft das besonders ins Mark.
Die Ermittler des zuständigen Reviers haben derzeit keine Hinweise auf die Täter. Sie appellieren an die Öffentlichkeit: „Wer etwas gesehen oder gehört hat, sollte sich bei uns melden“, so die offizielle Bitte. Zeugen können sich unter der Rufnummer 069 / 755- 10500 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle melden. Ob es sich um sinnlose Zerstörungswut oder eine gezielte Botschaft handelt, ist noch unklar. Die Motive solcher Taten sind selten einfach, oft ein trauriges Gemisch aus Provokation und Ignoranz.
- Kleinere Beobachtungen von Nachbarn
- Ein ungewöhnliches Geräusch spätabends
- Eine Gruppe von Personen, die auffiel
- Dicht besiedelte Stadtteile wie das Ostend
- Wachsamkeit der Gemeinschaft
- Schutz der Orte des Gedenkens
Was bleibt, ist eine beschmierte Wand und eine verunsicherte Gemeinschaft. Solche Taten hinterlassen immer zwei Wunden: die sichtbare an der Mauer und die unsichtbare im Zusammenleben. Sie fordern uns alle heraus, wachsam zu sein und unsere Orte des Gedenkens zu schützen. Die Frankfurter Polizei hofft nun auf die Mithilfe der Bürger, um diese Spur der Zerstörung aufzuklären.
| Wunde | Beschreibung |
|---|---|
| Sichtbare Wunde | Beschmierte Wand |
| Unsichtbare Wunde | Verunsicherte Gemeinschaft |