Am Samstagnachmittag demonstrierten zehntausende junge Menschen in mehr als dreißig deutschen Städten friedlich für bessere Schulen und gegen steigende Kosten. Am Abend dann diese Bilder aus Frankfurt: eingeschlagene Schaufenster, Plünderungen, Molotowcocktails flogen auf Polizisten. Die Polizei sperrte die Zeil ab, SEK-Einheiten rückten an. Über dreißig Festnahmen gab es allein dort. In Köln attackierten Randalierer Beamte auf der Domplatte, warfen Fahrräder und zertrümmerten mit einem E-Scooter eine Scheibe. Das hat mit legitimer Protestkultur nichts mehr zu tun.
Der Sprecher der Initiative „Gen Z regelt“, Amadeo, betonte im Gespräch mit der dpa, die hunderttausend friedlichen Demonstranten stünden für die eigentlichen Forderungen. Was danach passierte, darauf habe man keinen Einfluss. Polizeigewerkschafter Andreas Roßkopf sagte der „Rheinischen Post“, die Proteste seien zunächst sehr friedlich gewesen. Diese Spaltung zwischen lautstarker, aber zivilisierter Jugend und einer kleinen gewaltbereiten Minderheit erlebe ich bei Demos immer wieder. Sie stellt die Ordnungskräfte vor enorme Herausforderungen.
Die Gewalt in Frankfurt erinnert fatal an Szenen aus französischen Städten. Der Kölner Polizeipräsident Johannes Hermanns sagte, man habe verhindert, dass aus Köln „Bilder live gesendet werden, die an Paris und Mailand erinnern“. Die Frage ist nun, wie eine Gesellschaft darauf reagiert. Verstärkt sie die Polizeipräsenz und schränkt Versammlungsfreiheit ein? Oder gelingt es, die Energie der jungen Generation konstruktiv in politische Debatten zu lenken? Die Initiative kündigte bereits weitere Aktionen für den 20. November an. Die Politik muss Antworten finden, sonst bestimmen bald nur noch die Bilder der Gewalt die öffentliche Debatte.
- Friedliche Demonstrationen in über dreißig Städten
- Angriffe auf Polizisten in Frankfurt und Köln
- Eingeschlagene Schaufenster und Plünderungen
- Verhaftungen durch die Polizei
- Spaltung zwischen friedlichen Jugendlichen und Gewalttätern
- Zukünftige Aktionen am 20. November geplant
| Stadt | Proteste | Gewalt | Festnahmen |
|---|---|---|---|
| Frankfurt | Ja | Ja | Über 30 |
| Köln | Ja | Ja | Unbekannt |
| Andere Städte | Ja | Nein | Unbekannt |