Gestern kam in München ein Stück furchtbarer Vergangenheit ans Licht. 56 Jahre ist es her, dass jemand Brandbomben auf ein jüdisches Altersheim warf. Sieben Menschen starben damals in den Flammen, 15 wurden verletzt. Jetzt hat die Generalstaatsanwaltschaft mitgeteilt: Der mutmaßliche Täter ist identifiziert. Er ist schon 2020 gestorben, ein Mann aus dem rechten Milieu. Die neuen Ermittlungsergebnisse, so die Behörde, sprächen „deutlich für eine Täterschaft“.
Ich erinnere mich an die Berichte über diesen Anschlag, als ich in München studierte. Er war eines der schlimmsten antisemitischen Verbrechen der Nachkriegszeit – und blieb jahrzehntelang ungeklärt. Für die Überlebenden und die Angehörigen der Opfer bedeutet diese Nachricht aus München wohl ein bittersüßes Gefühl. Endlich ein Name, endlich eine Spur von Gewissheit. Und doch kann es keine gerichtliche Aufarbeitung mehr geben, keinen Prozess, der die ganze Wahrheit ans Licht bringen würde.
Der Fall zeigt mir als Reporterin immer wieder aufs Neue: Die Aufklärung von rechtsextremen und antisemitischen Verbrechen dauert in Deutschland oft viel zu lange. Die NSU-Morde sind ein anderes, trauriges Beispiel. Die Ermittler von damals hatten offenbar keine heiße Spur zu diesem Mann. Erst moderne forensische Methoden und eine neue, kritische Durchsicht der Akten haben den Verdacht verdichtet. Das wirft Fragen auf.
Was bedeutet diese späte Aufklärung für uns heute? Sie ist ein wichtiges Signal an alle, die sich von antisemitischer Gewalt bedroht fühlen:
- Solche Taten werden nicht vergessen
- Eine Mahnung an den Staat
- Aufklärung von Hasskriminalität
- Jedes unaufgeklärte Attentat ist eine offene Wunde
- Für die Betroffenen und unsere ganze Gesellschaft
- Verstehen der Motive und möglichen Helfer
Die Arbeit der Historiker und Ermittler in München ist damit nicht zu Ende. Jetzt geht es darum, die Motive und möglichen Helfer genau zu verstehen. Damit so etwas nie wieder geschehen kann.
| Aspekte | Details |
|---|---|
| Verbrechen | Brandbomben auf jüdisches Altersheim |
| Opfer | 7 Tote, 15 Verletzte |
| Jahr der Tat | 1967 |
| Mutmaßlicher Täter | Identifiziert, 2020 gestorben |
| Ermittlungsdauer | 56 Jahre |
| Wichtige Methode | Moderne forensische Methoden |