Gerade jetzt, wo viele Berlinerinnen und Berliner überlegen, wem sie im September ihre Stimme geben sollen, ist die Auswahl an digitalen Wahlhilfen größer geworden. Neben dem bekannten Wahl-O-Mat hat die Universität Potsdam nun den „Party-Check“ veröffentlicht. Das Tool fragt nach Positionen zu 18 zentralen Themen – von der Enteignung großer Wohnungsunternehmen bis zum Umgang mit der AfD.
Das Besondere: Die Einschätzungen zu den Parteipositionen stammen nicht von den Parteien selbst, sondern von einem unabhängigen Expertengremium, dem sogenannten „Länder Expert Survey“. „Wir wollen eine wissenschaftlich fundierte Alternative bieten,“ erklärt Projektleiter Jan Philipp Thomeczek. Nutzer können nicht nur ihre eigene Meinung auf einer feineren Skala angeben, sondern auch gewichten, wie wichtig ihnen ein Thema ist. Am Ende zeigt das Tool in Prozent, wie groß die Übereinstimmung mit den Parteien in verschiedenen Politikfeldern ist. Das ist ein spannender, anderer Blick.
In meiner Zeit in Baden-Württemberg habe ich oft erlebt, wie solche Tools die politische Diskussion in Familien oder Freundeskreisen anregen können. Sie sind kein Wahlorakel, sondern ein erster Schritt, um sich mit den eigenen Positionen auseinanderzusetzen. Am Montag folgt dann der klassische Berliner Wahl-O-Mat mit 38 Thesen. Die direkte Gegenüberstellung beider Angebote könnte für viele Wähler besonders aufschlussreich sein. Es lohnt sich, beide zu nutzen.
Letztlich geht es darum, sich vor der Stimmabgabe gut zu informieren. Welches Tool einem mehr liegt, ist Geschmackssache. Wichtig ist, dass man überhaupt hinschaut. Denn eine informierte Wahlentscheidung ist das Fundament unserer Demokratie.
- Die Auswahl an digitalen Wahlhilfen ist größer geworden
- Universität Potsdam hat den „Party-Check“ veröffentlicht
- Das Tool fragt nach Positionen zu 18 zentralen Themen
- Einschätzungen stammen von einem unabhängigen Expertengremium
- Nutzer können ihre Meinung gewichten
- Informierte Wahlentscheidung ist das Fundament unserer Demokratie
| Thema | Wahl-O-Mat | Party-Check |
|---|---|---|
| Anzahl der Thesen | 38 | 18 |
| Bewertung der Positionen | Nutzerbasiert | Expertengremium |
| Wichtigkeit gewichten | Nein | Ja |
| Fokus auf Politikfelder | Ja | Ja |
| Anregung politischer Diskussion | Ja | Ja |
| Wissenschaftlich fundiert | Nein | Ja |
Mehr dazu bei der Bundeszentrale für politische Bildung.