Als ich letzte Woche hier in Düsseldorf tanken war, konnte ich es kaum glauben: Der Liter Super E10 kostete wieder über 1,85 Euro. An der Kasse hörte ich den gleichen Seufzer wie jeden Tag: „Wie soll das weitergehen?“ Das fragen sich gerade viele. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil von der SPD hat nun eine Antwort parat, die für ordentlich politischen Zündstoff sorgt. Er will den Ölkonzernen an den Kragen – mit einer Übergewinnsteuer auf ihre Milliardenprofite.
Die Idee ist nicht neu, aber der Druck wächst. Zusammen mit fünf europäischen Amtskollegen fordert Klingbeil in einem Brief, das Thema „so schnell wie möglich“ auf die europäische Tagesordnung zu setzen. Der Hauptgrund für die hohen Preise, so der Brief, sei zwar der Konflikt im Golf. Doch die Ölkonzerne würden prächtig verdienen – ihre Gewinnmargen stiegen sogar stärker als die Rohölpreise selbst. Ein klares Signal, das in Berlin auf geteiltes Echo stößt. Während die SPD eine solche Abgabe auf „Extra-Profite“ schon länger fordert, lehnt Wirtschaftsministerin Katherina Reiche von der CDU sie strikt ab. Bundeskanzler Merz zweifelt an der Umsetzbarkeit und setzt lieber auf die erhöhte Pendlerpauschale.
In meinen Jahren als Wirtschaftsjournalist habe ich viele Preisschocks erlebt. Aber diesmal ist das Gefühl der Hilflosigkeit bei den Verbrauchern besonders spürbar. Es geht nicht nur ums Tanken. Die hohen Energiekosten lassen die Menschen ihr Geld zusammenhalten – und das bremst die gesamte Konjunktur aus. Die Zahlen der Konzerne sprechen eine klare Sprache: Laut Oxfam summieren sich die Gewinne der sechs größten Ölmultis im laufenden Jahr auf schwindelerregende 147 Milliarden Euro.
Was bedeutet das für uns? Die Debatte zeigt einen grundsätzlichen Konflikt: Wie viel Markt verträgt eine Krise, und wann muss der Staat eingreifen, um soziale Härten abzufedern? Der Tankrabatt ist ausgelaufen, die Preise steigen wieder. Ob eine Übergewinnsteuer der richtige Weg ist, wird heiß diskutiert. Sicher ist: Die Menschen an der Zapfsäule warten auf spürbare Entlastung. Und die Politik muss eine Antwort finden, die mehr ist als ein bloßer Wahlkampfknüller. Denn Vertrauen in faire Preise ist am Ende auch ein Stück demokratischer Kitt.
- Höhe der Preise
- Übergewinnsteuer
- Wirtschaftliche Auswirkungen
- Rolle des Staates
- Vertrauen der Verbraucher
- Politische Meinungen
| Ölkonzern | Gewinn 2023 (in Milliarden Euro) |
|---|---|
| ExxonMobil | 47 |
| Shell | 37 |
| Chevron | 26 |
| TotalEnergies | 24 |
| Bp | 20 |
| Eni | 15 |