Christina Block wird kommende Woche noch einmal im Landgericht Hamburg aussagen. Ihr Anwalt hat das für den langwierigen Entführungsprozess angekündigt. Es ist ein bemerkenswerter Schritt, denn Block hatte bereits zu Prozessbeginn vor über einem Jahr alle Vorwürfe, sie habe die Entführung ihrer beiden Kinder in Auftrag gegeben, bestritten. Doch seitdem sind die israelischen Kidnapper vernommen worden, und eine Kinderpsychiaterin hat die tiefen Narben geschildert, die das Erlebte bei den Kindern hinterlassen hat. Offenbar fühlt Block nun das Bedürfnis, sich zu dieser neuen Lage noch einmal persönlich zu äußern.
Die Atmosphäre im Gerichtssaal bleibt angespannt. Ein zentraler Streitpunkt ist nun die Verwertung von Blocks privaten Tagebüchern aus der Zeit des zerrütteten Sorgerechtsstreits mit Ex-Mann Stephan Hensel. Ihr Verteidiger wehrt sich vehement: Es handele sich um intimste Gedanken, deren Verwendung unzulässig sei – selbst geschwärzt. Die Staatsanwaltschaft hingegen pocht darauf, dass genau diese Aufzeichnungen „die Tat erheblich betreffen“. Ein klassischer Zielkonflikt zwischen Persönlichkeitsrecht und Wahrheitsfindung, wie ich ihn in meiner Berichterstattung aus Stuttgart oder München schon oft erlebt habe. Wo hört das Private auf, wo beginnt der strafrechtlich relevante Bereich? Das Gericht muss diese knifflige Frage entscheiden.
- Christina Blocks Aussage nächste Woche
- Verwertung der Tagebücher
- Kinderpsychiaterin schildert Narben
- Spannung im Gerichtssaal
- Zielkonflikt zwischen Persönlichkeitsrecht und Wahrheitsfindung
- Finale Phase des Beweisverfahrens
Nach den letzten Wortmeldungen der Angeklagten in der kommenden Woche könnte das Beweisverfahren tatsächlich in seine finale Phase gehen. Im September wären dann die großen Schlussplädoyers denkbar. Bis dahin muss die Kammer aber noch über mehrere Beweisanträge der Verteidigung befinden. Für alle Beteiligten – und besonders für die inzwischen heranwachsenden Kinder – ist dieses Verfahren eine zermürbende Prozedur. Die letzte Aussage von Christina Block wird mit Sicherheit unter diesem besonderen Druck stehen. Sie wird nicht nur den Richtern, sondern auch der Öffentlichkeit Rede und Antwort stehen müssen. Am Ende steht die Frage, ob Worte in einem solchen Fall überhaupt noch Klarheit schaffen können.