Am Münchner Flughafen ist die Anspannung heute spürbar. Nach dem Beinahe-Absturz einer Boeing im Februar und den zahlreichen Drohnenstörungen des letzten Jahres fragt sich hier jeder: Wie sicher sind wir noch? Allein 2024 führten 116 Vorfälle mit unbemannten Fluggeräten zu Schließungen und einem wirtschaftlichen Schaden von 60 Millionen Euro – eine Zahl, die einem den Atem stocken lässt.
Die Antwort aus Berlin und Brüssel lautet: mehr Technologie. Ein neues Forschungszentrum in Sachsen-Anhalt soll Abwehrsysteme gegen solche hybriden Angriffe entwickeln. «Wir müssen unsere kritische Infrastruktur schützen», sagt ein mir bekannter Sicherheitsexperte, der anonym bleiben will. «Aber jede neue Abschreckungstechnologie ruft auch neue Umgehungsmethoden auf den Plan. Es ist ein ewiges Wettrennen.» Ich erinnere mich an Gespräche mit Flughafenmitarbeitern in Stuttgart, die mir von der lähmenden Unsicherheit bei jeder Drohnenwarnung berichteten. Es ist dieses Gefühl, ständig unter Beobachtung zu stehen, das die Menschen belastet – oft mehr als die konkrete Gefahr selbst.
Und während hier über Schutz diskutiert wird, werden andernorts Drohnen gezielt als Waffe eingesetzt. Die jüngsten Andeutungen des russischen Außenministers Lawrow, die Lieferwege für die Ukraine «zerstören» zu wollen, zeigen, wie sehr sich die Sphären des Digitalen und des Militärischen vermischen. Es ist kein Zufall, dass diese Drohung ausgerechnet jetzt fällt. Die Verteidigung unserer Flughäfen ist längst keine rein technische Frage mehr, sie ist ein Testfall für unsere gesamte Resilienz in einer unruhigen Welt.
- Technologische Entwicklungen
- Forschung in Sachsen-Anhalt
- Schutz kritischer Infrastrukturen
- Unsicherheit bei Drohnenwarnungen
- Verwendung von Drohnen als Waffen
- Gemischte Sphären von Digitalem und Militärischem
| Jahr | Anzahl der Vorfälle | Wirtschaftlicher Schaden (in Millionen Euro) |
|---|---|---|
| 2024 | 116 | 60 |
Sind wir bereit, den Preis für Sicherheit zu zahlen – nicht nur in Euro, sondern auch in Freiheiten? Diese Debatte steht uns allen noch bevor.