In Dresden ist es immer wieder diese einzigartige Mischung, die fasziniert: achthundert Jahre Geschichte und der klare, junge Klang der Gegenwart. Der Kreuzchor hat sein Programm für die Saison 2026/27 vorgestellt und zeigt erneut, wie lebendig Tradition sein kann. Kreuzkantor Martin Lehmann verspricht seinem Publikum einen Bogen von der frühen Barockmusik bis in die unmittelbare Gegenwart. „Es ist ein Verständnis und Vertrauen zwischen den Kruzianern und mir gewachsen“, sagt er. Das spürt man im Plan.
Der Auftakt am 4. September im Kulturpalast ist gleich ein großes Werk: Mendelssohns „Lobgesang“ mit den Dresdnern Philharmonikern. Ein Tag später singt der Chor im Eberbach-Kloster beim Rheingau Musik Festival. Im Februar steht dann ein besonderer Termin im Kalender: Zum Gedenken an die Zerstörung Dresdens führt der Chor Mozarts unvollendete „Große Messe“ mit der Sächsischen Staatskapelle auf. Das sind Momente, die unter die Haut gehen, wie ich aus früheren Berichten aus der Frauenkirche weiß.
Spannend ist auch der Blick nach Norden: Ein Gastkonzert führt die Jungen in die Elbphilharmonie nach Hamburg. Für mich als Hamburgerin ist das immer eine schöne Brücke zwischen meiner Heimat und meiner langjährigen Wahlheimat im Südwesten. Zudem wird der zeitgenössische Komponist Reiko Füting sechs neue Introitus-Stücke für die Kreuzchorvesper schreiben. So bleibt die Musik im Fluss.
Was den Kreuzchor so besonders macht, ist diese selbstverständliche Verbindung. Da stehen Brahms‘ „Deutsches Requiem“ und Bachs „Johannes-Passion“ neben neuen Klängen und Konzerten in Bad Elster oder Schwäbisch Gmünd. Es ist ein klares Statement: Echte Kultur bewahrt das Erbe, ohne den Mut zum Heute zu verlieren. Das ist gerade in unserer so unruhigen Zeit eine wichtige Botschaft.
- Mendelssohns „Lobgesang“ am 4. September
- Auftritt im Eberbach-Kloster
- Gedenken an die Zerstörung Dresdens
- Gastkonzert in der Elbphilharmonie
- Neue Introitus-Stücke von Reiko Füting
- Verbindung von Tradition und Moderne
| Datum | Veranstaltung | Ort |
|---|---|---|
| 4. September | Mendelssohns „Lobgesang“ | Kulturpalast |
| 5. September | Auftritt beim Rheingau Musik Festival | Eberbach-Kloster |
| Februar | Gedenken an die Zerstörung Dresdens | Sächsische Staatskapelle |
| Datum folgt | Gastkonzert | Elbphilharmonie, Hamburg |