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NewsFact > Aktuelle Nachrichten > El Niño: Auswirkungen auf Herbst und Winter in Deutschland – Was Sie wissen müssen
Aktuelle Nachrichten

El Niño: Auswirkungen auf Herbst und Winter in Deutschland – Was Sie wissen müssen

Laura Brandt
Zuletzt aktualisiert: August 24, 2026 9:02 p.m.
Von
Laura Brandt
3 Min. Lesezeit
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Im Pazifik brodelt es, und das hat Folgen für uns alle. El Niño, das natürliche Klimaphänomen, könnte in diesem Jahr einen neuen Rekord aufstellen. Laut US-Behörden liegt die Wahrscheinlichkeit für ein extrem starkes Ereignis bei über 90 Prozent. Die Wassertemperaturen im Zentralpazifik schießen in Bereiche, die wir so noch nicht gesehen haben. Das wirft die Frage auf: Was bedeutet das für unseren Herbst und Winter hier in Deutschland?

Zunächst eine beruhigende Nachricht von den Expertinnen und Experten. Der heiße Sommer, den wir gerade erlebt haben, hatte mit El Niño direkt nichts zu tun. „Das war der Klimawandel kombiniert mit zufälligen Wetterschwankungen“, sagt Helge Gößling vom Bremerhavener Helmholtz-Zentrum. Lothar Bock vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach bestätigt: Belastbare Belege für einen direkten, spürbaren Effekt in Deutschland gibt es nicht. Der Einfluss auf Europa ist schwach und schwer vorherzusagen.

Dennoch zieht das globale Phänomen nicht spurlos an uns vorbei. Die Klimaforscherin Daniela Matei vom Max-Planck-Institut in Hamburg beschreibt ein mögliches Szenario. Die aktuellen saisonalen Vorhersagen zeigen eine leichte Tendenz zu einem etwas feuchteren Winter in Europa. Das ist keine Garantie, sondern eine Verschiebung der Wahrscheinlichkeiten. Spannender wird es vielleicht zum Jahreswechsel. Matei erklärt: Wenn der Polarwirbel in der Stratosphäre durch El Niño geschwächt wird, könnten ab Januar die Voraussetzungen für starke Kälteeinbrüche bis nach Mitteleuropa geschaffen sein. Auf solche Möglichkeiten müsse man sich vorbereiten – von der Infrastruktur bis zu den Energiespeichern.

Warum sind diese Prognosen so unsicher? Je weiter man sich vom Äquator entfernt, desto komplexer wird das Wettergeschehen, wie Meteorologe Bock betont. In unseren Breiten treffen ständig verschiedene Luftmassen aufeinander. Der Pazifik ist weit weg, und viele andere Faktoren spielen mit. Zudem, so Gößling, haben wir solche Super-Ereignisse erst selten erlebt. In Kombination mit der fortschreitenden Erderwärmung wird die Einordnung zur echten Herausforderung.

Die indirekten Auswirkungen spüren wir vielleicht eher am Geldbeutel. El Niño kann in seinen Kernregionen zu extremen Dürren oder Überschwemmungen führen. Das bedroht Ernten von Rohstoffen wie Kakao, Kaffee und Zucker. Frank Liebold vom Kreditversicherer Atradius warnt deutsche Unternehmen vor:

  • höheren Kosten
  • verzögerten Lieferungen
  • strapazierten Lieferketten
  • Rohstoffverknappungen
  • Preiserhöhungen
  • wirtschaftlicher Unsicherheit

Auch wenn der Himmel über München oder Hamburg nicht anders aussieht – die globalen Verflechtungen machen El Niño zu einem Thema für uns alle.

Letztlich erinnert uns dieses Phänomen daran, wie verwundbar unser System ist. Wir stehen vor einem Winter, der sowohl nass als auch später eisig kalt werden könnte. Gleichzeitig drohen Preisspitzen für alltägliche Güter. Es ist ein Weckruf, unsere Resilienz zu überprüfen – ob in der kommunalen Daseinsvorsorge oder in der globalen Wirtschaft. Die größte Gewissheit bleibt die Ungewissheit. Darauf sollten wir uns einstellen.

Aspekt Auswirkungen
Temperaturen Erhöhungen im Pazifik
Winter Möglicherweise feuchter in Europa
Kältewellen Stark ab Januar möglich
Landwirtschaft Bedrohte Ernten
Wirtschaft Höhere Kosten und Lieferschwierigkeiten
Resilienz Überprüfung notwendig

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