Die Goethe-Universität Frankfurt wird von 16 auf nur noch sieben Fachbereiche schrumpfen. Etwa 60 von über 600 Professuren sollen wegfallen. Der Grund sind die Sparvorgaben des hessischen Hochschulpakts, der allein in diesem Jahr rund 30 Millionen Euro an den Landeshochschulen einsparen soll. Für die Goethe-Uni bedeutet das im Schnitt zehn Prozent weniger Geld jährlich.
Das Präsidium spricht von notwendigen „mutigen strukturellen Veränderungen“ für die Zukunft. Aus der Hochschule selbst kommt scharfe Kritik. „Eine Reform, die eigentlich bottom-up stattfinden sollte, wird komplett top-down geplant“, sagt Professor Nikolaus Müller-Schöll, der auch im Senat sitzt. Er erfuhr wie viele andere erst spät von den Plänen. Der AStA-Vorstand wirft der Leitung ein „autoritäres sowie undemokratisches Vorgehen“ vor, weil die Studierenden nicht einbezogen wurden.
Wissenschaftsminister Timon Gremmels (SPD) wehrt sich gegen die Deutung, sein Hochschulpakt sei der alleinige Auslöser. Er verweist auf zukünftige Budgetsteigerungen ab 2028. Doch das klingt für viele nach Schönrederei in einer akuten Krise. Ich erinnere mich an ähnliche Debatten während der Finanzkrise. Damals wie heute werden notwendige Sparrunden oft als Chance für lang geplante Großreformen verkauft. Das erzeugt Misstrauen.
Für Frankfurt steht viel auf dem Spiel. Die Uni ist nicht nur eine wichtige Arbeitgeberin, sie prägt den intellektuellen Charakter der Stadt. Wenn jetzt Institute verschwinden und die Lehre verdünnt wird, trifft das den Nerv. Die geforderte demokratische Debatte darüber darf kein Luxus sein. Sie ist die Grundlage für jeden tragfähigen Neuanfang. Mehr Details zum Hochschulpakt finden Sie beim Hessischen Ministerium für Wissenschaft.
- Schrumpfung von 16 auf 7 Fachbereiche
- Wegfall von 60 Professuren
- Sparvorgaben des Hochschulpakts
- 30 Millionen Euro Einsparungen für Landeshochschulen
- 10 Prozent weniger Geld jährlich für die Goethe-Uni
- Kritik an undemokratischem Vorgehen
| Thema | Details |
|---|---|
| Fachbereiche | 16 auf 7 |
| Professuren | Wegfall von 60 |
| Sparvorgaben | 30 Millionen Euro |
| Budgetderivative | 10 Prozent |
| Kritik | Autoritäres Vorgehen |
| Demokratische Debatte | Notwendig für Neuanfang |